Sicherheit

Nirgends ist man so sicher wie in der Luft: Bei keinem anderen Verkehrsmittel ereignen sich weniger Unfälle. Ob am Boden oder in der Luft – Fluggesellschaften, Flughäfen und die Flugsicherung tun alles dafür, dass das Fliegen in Deutschland sicher ist und bleibt. Eine verantwortungsvolle und komplexe Aufgabe, denn die Zahl der Flugbewegungen und Passagiere steigt stetig: Während 2001 noch 120 Millionen Passagiere über deutsche Flughäfen reisten, waren es 2010 bereits 168 Millionen. Ein Anstieg von rund 40 Prozent! Die deutsche Luftfahrt entwickelt daher ihre Sicherheitsmaßnahmen ständig weiter: Sicherheitskontrollen an Flughäfen, Flugzeugtechnik und Flugsicherungssysteme durchlaufen immer neue Entwicklungszyklen. So bleibt das Reisen nicht nur sicher, sondern auch bequem.


Neuer Rekord: 2012 sicherstes Jahr in der zivilen Luftfahrt

Wo die meisten Flugzeuge unterwegs sind ist es gleichzeitig am sichersten: in Europa.

2012 war das sicherste Jahr in der Geschichte der zivilen Luftfahrt. In Deutschland und Europa gab es keinen einzigen Unfall. Keine der etablierten internationalen Airlines tauchte in den Unfallstatistiken des Internationalen Dachverbands der Fluggesellschaften (IATA) auf; in denen sogar kleinere Unfälle wie Bodenkollisionen von Flugzeugen mit Vorfeldfahrzeugen aufgeführt werden. Und weltweit gab es nur einen Unfall mit einem modernen Flugzeug: Eine neue Maschine des russischen Flugzeugbauers Sukhoi verunglückte im Mai bei einem Demonstrationsflug in Indonesien. An den meisten Unfällen waren Regionalflugzeuge auf Strecken unter 500 Kilometern beteiligt. Überwiegend handelte es sich dabei um Maschinen, die schon seit Jahren nicht mehr gebaut werden.

Schlusslicht in der Unfallstatistik ist Afrika, wo besonders viele alte Flugzeuge im Einsatz sind. Wo die meisten Flugzeuge unterwegs sind, ist es auch gleichzeitig am sichersten: in Europa.

Auf fünf Millionen Flügen kam 2012 weltweit ein Unfall. 2001 waren es noch fünf Mal so viele. Und das, obwohl sich die Zahl der weltweit im Einsatz befindenden Flugzeuge und die geflogenen Kilometer alle 15 Jahre verdoppeln. Knapp 3 Milliarden Menschen flogen im letzten Jahr weltweit. Laut IATA kamen 414 Menschen in der zivilen Luftfahrt ums Leben – so wenige wie noch nie. Das bedeutet ein Opfer unter 7.3 Millionen Flugreisenden weltweit. Allein auf deutschen Straßen starben im vergangenen Jahr fast neun Mal so viele Menschen.

Dass Menschen mit dem Flugzeug am sichersten reisen, ist weder Zufall noch Glück. Die Luftfahrt verbessert laufend ihre Sicherheitsstandards: Flugzeuge werden technisch immer ausgefeilter, Piloten auf alle Eventualitäten geschult, Flugüberwachungssysteme an Bord verbessert, Kollisionswarngeräte eingesetzt und potenzielle Fehlerquellen sorgfältig und immer wieder analysiert, um sie zukünftig auszuschließen. All das führt dazu, dass täglich rund 100.000 Passagiere sicher ihr Ziel erreichen.

Auf der Liste der weltweit sichersten Fluggesellschaften belegen Air Berlin und Lufthansa die Plätze 23 und 11. Air Berlin hat seit über 30 Jahren kein Flugzeug durch einen Unfall verloren, die Lufthansa seit 19 Jahren. Condor ist 2012 das erste Mal in der Rangliste vertreten und belegt Platz 34.


Frage an die Luftfahrt:

Wann kann ich endlich wieder eine Flasche Wasser im Handgepäck mitnehmen?

Nach EU-Recht soll ein Stufenplan entwickelt werden, nachdem neue Kontrollgeräte, die sogenannten Flüssigkeitenscanner, zum Einsatz kommen. Zukünftig sollen Passagiere Flüssigkeiten und Gele wieder problemlos im Handgepäck mitnehmen dürfen – also auch die Literflasche Wasser, den Rasierschaum oder die eingekochte Marmelade der Oma. Zum jetzigen Zeitpunkt sind diese Geräte aber bei weitem noch nicht ausgereift. Es liegt daher maßgeblich an den Herstellern, wann es soweit sein wird. Die Luftfahrt begrüßt alle Fortschritte in der technischen Entwicklung, sagt aber ganz klar, dass die Geräte wirklich praxistauglich sein müssen, bevor sie zum Einsatz kommen.

Eine erste Lockerung des Flüssigkeitsverbots ist für den 31. Januar 2014 geplant: Ab diesem Tag können Passagiere bei Zwischenlandungen Flüssigkeiten und Gele im Handgepäck transportieren, die während der Reise an einem anderen Flughafen oder an Bord eines Flugzeugs gekauft und in einem manipulationssichern Duty-Free-Beutel versiegelt wurden. Die Kontrolle von Flüssigkeiten und Gelen im Handgepäck entfällt damit jedoch nicht. Abhängig vom technischen Stand der Kontrollgeräte können sie entweder im Handgepäck verbleiben oder müssen gesondert für die Kontrolle vorgezeigt werden.