Luftverkehr in Zeiten der Corona-Pandemie

Die Ausbreitung des Coronavirus stellt die Luftfahrt vor nie dagewesene Herausforderungen. Der Passagierluftverkehr war im Frühjahr aufgrund von Einreisebeschränkungen und der eingebrochenen Nachfrage weltweit praktisch zum Erliegen gekommen. Auch der Transport per Luftfracht ist aufgrund der weltweit eingebrochenen Konjunktur hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Nach einer kurzen Phase steigenden Verkehrs im Sommer wurde die Luftfahrtbranche durch eine Vielzahl von Reisebeschränkungen und Quarantänevorschriften praktisch erneut in einen Lockdown gezwungen.

Zum 14. Januar 2021 wurden die Einreisebeschränkungen erneut angepasst. Es gelten nun folgende Einreise- und Quarantänevorschriften:

Für alle Reisenden aus Corona-Risikogebieten besteht die Pflicht, vor der Rückreise nach Deutschland bzw. Einreise in Deutschland die Digitale Einreiseanmeldung (DEA) auszufüllen. Hierzu müssen die Daten vorab auf der Webseite www.einreiseanmeldung.de hinterlegt werden. Dies umfasst Kontaktdaten und Daten zum Aufenthaltsort der letzten zehn Tage sowie Daten zum Verkehrsmittel und die Anschrift der nächsten zehn Tage.

Wer aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland einreist, muss den Nachweis erbringen, dass er aktuell nicht mit dem Coronavirus infiziert ist. Der Zeitpunkt des Nachweises ist abhängig vom Infektionsgeschehen im Land, aus dem die Einreise erfolgt. Es ist zu unterscheiden:

  • Hochinzidenzgebiete:
    Reisende, die sich in den letzten 10 Tagen vor der Einreise nach Deutschland in einem Hochinzidenzgebiet aufgehalten haben, müssen bereits vor dem Flug einen negativen Test vorlegen. Das sind Länder, in denen die Sieben-Tages-Inzidenz bei über 200 liegt.
  • Virusvariantengebiete:
    Reisende, die sich in den letzten 10 Tagen vor der Einreise nach Deutschland in einem Gebiet aufgehalten haben, in denen es eine starke Verbreitung besonders ansteckender Coronavirus-Varianten gibt, müssen ebenfalls bereits vor dem Flug einen negativen Test vorlegen. Ab Samstag, den 30. Januar 2021, dürfen Fluggesellschaften aus diesen Ländern keine Passagere mehr nach Deutschland transportieren. Ausnahmen gelten unter anderem für alle Deutschen und in Deutschland lebende Ausländer sowie für Transitpassagiere und den Warenverkehr.
  • Risikogebiete:
    Reisende, die sich in den letzten 10 Tagen vor der Einreise nach Deutschland in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen spätestens 48 Stunden nach der Einreise müssen bereits vor dem Flug einen negativen Test vorlegen. Das sind Länder, in denen die Sieben-Tages-Inzidenz zwischen 50 und 200 liegt.

 

Eine Übersicht über die Hochinzidenzgebiete, Virusvariantengebiete und sonstigen Risikogebiete wird auf der Webseite des Robert Koch Instituts tagesaktuell veröffentlicht. Aktuelle Informationen zu Einreise­beschränkungen und Quarantäne­bestimmungen in Deutschland finden Sie auf den Seiten des Auswärtigen Amtes.

Neben der Testpflicht gilt es auch die Quarantänevorschriften zu beachten, die in Deutschland von den einzelnen Bundesländern erlassen werden.

Grundsätzlich gilt bei der Einreise nach Deutschland für Reisende die sich innerhalb der letzten 10 Tage in einem Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet oder Virusvariantengebiet aufgehalten haben:

  • Sie müssen sich nach der Einreise unmittelbar an ihren Zielort begeben.
  • Sie müssen sich dort für 10 Tage in häusliche Quarantäne begeben.

 

Nach fünf Tagen besteht die Möglichkeit, die Quarantäne vorzeitig durch einen negativen Test zu beenden.

Bestimmte Personengruppen haben die Möglichkeit, bei Einreise oder 48 Stunden vor Einreise einen Test vorzunehmen und bei negativem Ergebnis die Quarantäne zu vermeiden. Dies gilt insbesondere

  • für Geschäftsreisende, die sich weniger als fünf Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben,
  • und für Personen, die aufgrund eines Besuchs von nahen Verwandten oder Lebensgefährten gereist sind.

 

 

Diese Ausnahme gilt nicht für Einreisende aus einem Virus-Variantengebiet.

Jeder Reisende sollte sich sorgfältig informieren, ob für ihn Ausnahmen von der Quarantänepflicht bestehen. Maßgeblich ist die jeweils geltende Verordnung des Bundeslandes, in dem die Reisenden ihren Wohnsitz haben bzw. in dem sie sich in Deutschland aufhalten.

Hygiene- und Schutzmaßnahmen im Überblick

Damit Flugreisen in der aktuellen Situation gesundheitlich sicher sind, haben unsere Flughäfen und Fluggesellschaften bereits im März 2020 gemeinsam mit den Behörden Vorsichts- und Hygienemaßnahmen entwickelt, die auch im Einklang mit Empfehlungen der UN-Luftfahrtorganisation ICAO sowie der europäischen Behörden für Flugsicherheit EASA und für Gesundheit ECDC stehen.

Maßnahmen vor Antritt der Reise:

  • Passagiere werden bereits beim Check-in über zusätzliche Schutzmaßnahmen informiert.
  • Passagiere werden insbesondere auf die Maskenpflicht hingewiesen und gebeten, eine Maske mitzuführen.
  • Beim Einchecken bestätigen Passagiere, dass sie keine gesundheitlichen Einschränkungen haben.
  • Fluggesellschaften vergeben fest zugewiesene Sitzplätze, die eine eventuelle Nachverfolgung ermöglichen.
  • Seit dem 8. November sind Reisende aus Corona-Risikogebieten vor der Rückreise/Einreise nach Deutschland verpflichtet, die Digitale Einreiseanmeldung (DEA) auszufüllen.

 

Maßnahmen am Flughafen:

  • Passagiere werden auf Regeln zur hygienischen Händedesinfektion und Etikette beim Husten hingewiesen.
  • Wo immer es möglich ist, soll Abstand zu anderen Reisenden gewahrt werden – darauf wird z. B. durch Bodenmarkierungen und die Umgestaltung der Wartebereiche hingewiesen.
  • Da Abstand halten nicht überall möglich ist (u.a. an den Sicherheitskontrollen und bei der Gepäckentgegennahme), gilt in den Flughafengebäuden eine generelle Maskenpflicht.
  • Für Beschäftigte mit engem Kundenkontakt gelten besondere Schutzmaßnahmen, z.B. eine Maskenpflicht und Glasfronten an den Schaltern.
  • Passagiere werden durch regelmäßige Ansagen, Plakate, Videos, Bodenmarkierungen etc. für die Hygiene- und Schutzmaßnahmen sensibilisiert.
  • Alle Bereiche und Flächen am Flughafen unterliegen erhöhten Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen.

 

Maßnahmen beim Einsteigen und Aussteigen:

  • Der Boarding/Deboarding-Prozess wird verlangsamt, um das Abstandhalten zu erleichtern.
  • Wo immer es möglich ist, werden für das Boarding und Deboarding Fluggastbrücken eingesetzt.
  • Falls doch ein Bus-Boarding/-Deboarding nötig ist, sollen mehr Busse eingesetzt werden.

 

Maßnahmen an Bord des Flugzeugs:

  • Die Luft für die Kabine ist rein und wird stetig ausgetauscht:
  • Sie wird durch die Decke in die Kabine gepumpt und unterhalb der Fenstersitze wieder abgesaugt. Auf diese Weise werden Längsströmungen minimiert.
  • Sie besteht zur Hälfte aus frisch eingeleiteter Außenluft sowie Rezirkulationsluft (Komplettaustausch in 2-3 Minuten).
  • Vor dem Einleiten entfernen HEPA-Filter Viren, Bakterien, Pilze und Staub zu über 99,9 % aus der Rezirkulationsluft.
  • An Bord gilt eine generelle Maskenpflichtt.
  • Der Bordservice wird auf das Notwendige reduziert. So wird beispielsweise auf das Servieren von offenen Speisen und Getränken verzichtet.
  • Alle Bereiche und Flächen im Flugzeug unterliegen erhöhten Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen.

 

Die Summe dieser Maßnahmen macht das Flugzeug zu einer der sichersten Arten zu reisen. Das wird inzwischen durch mehrere Studien wissenschaftlich belegt.

So ist laut Berechnungen der Flugzeughersteller Airbus, Boeing und Embraer die Ansteckungsgefahr in ihren Maschinen geringer als am Boden. Der Weltluftfahrt-Verband IATA, der die Studie gemeinsam mit den Herstellern vorgestellt hat, beurteilt das Risiko einer Infektionsübertragung an Bord beim Tragen einer Maske als „sehr gering“.

Zahlreiche weitere Veröffentlichungen belegen, dass das Übertragungsrisiko an Bord durch die Kombination der technischen Gegebenheiten zusammen mit dem Einhalten der Hygiene- und Schutzmaßnahmen auf ein sehr niedriges Maß reduziert ist – nachweislich niedriger, als in vielen anderen Alltagssituationen.

Alle unsere Unternehmen stehen in ständigem Austausch mit den zuständigen Institutionen und Behörden, um Prozesse gegebenenfalls schnell anpassen zu können.

Weiterführende Informationen

Die Unternehmen der deutschen Luftverkehrswirtschaft halten auf ihren Webseiten Informationen zur Coronakrise für Sie bereit:

Reisende sollten sich vor jeder Reise genau über die im Zielland geltenden Regelungen informieren.

Die aktuellen Reisehinweise der Bundesregierung finden Sie auf den Seiten des Auswärtigen Amtes.

Bitte informieren Sie sich vor Ihrer Reise auch auf den Seiten des BMI, welche Regelungen für das Land, aus dem Sie nach Deutschland einreisen, im Einzelnen gelten.

Stand: 23. März 2021