PtL-Roadmap für den deutschen Luftverkehr

Strombasierte, nachhaltig produzierte Kraftstoffe sind einer der wichtigsten Bausteine, um CO2-neutrales Fliegen zu ermöglichen. Die Herstellungsverfahren sind technisch erprobt, doch bislang sind die Kraftstoffe weder in relevanten Mengen noch zu marktüblichen Preisen erhältlich. Es fehlt an einer Produktion im industriellen Maßstab. Wie der Markthochlauf nachhaltigen Kerosins gelingen kann, zeigen Bund und Länder, Luftfahrt, Mineralölwirtschaft sowie Anlagenbauer und -betreiber in der gemeinsamen Roadmap auf.

Damit ist eine Grundlage geschaffen, auf der bis 2030 mindestens 200.000 Tonnen nachhaltiges Kerosin im deutschen Luftverkehr zur Verfügung stehen sollen – das entspricht einem Drittel des Kraftstoffbedarfs des innerdeutschen Luftverkehrs. Die wesentlichen Maßnahmen und Anforderungen beziehen sich auf die Technologie, die Nachhaltigkeit und den Markthochlauf für den PtL-Kraftstoff. Das heißt im Einzelnen:

  • Die technologische Entwicklung der einzelnen PtL-Produktionsanlagen und Komponenten sowie deren Zusammenspiel im industriellen Maßstab wird optimiert: Hierzu müssen Demonstrations- und Pilotanlagen entstehen, denn die Herstellungsverfahren sind zwar erprobt, jedoch bislang nur im Labormaßstab. Um reibungslose Produktionsprozesse auch im industriellen Maßstab zu gewährleisten, ist unter anderem der Aufbau einer Plattform zur Entwicklung, Erprobung und Demonstration unterschiedlicher Herstellungsprozesse von PtL-Kraftstoffen durch das BMVI sowie der Aufbau von Demonstrationsanlagen durch das BMU geplant.
  • Nachhaltigkeitskriterien müssen einheitlich, verbindlich sowie verlässlich ökologisch und sozial festgelegt werden. Nachhaltiges strombasiertes Kerosin kann nur mit zusätzlicher Erneuerbarer Energie erzeugt werden und muss eine bestimmte Minderung an Treibhausgasemissionen aufweisen. Die Akteure der Roadmap werden sich bei der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitskriterien für PtL-Kerosin dafür einsetzen, dass sich ein möglichst hoher, verbindlicher Standard auf europäischer und internationaler Ebene etabliert. Diese Anforderungen sollen sich nicht nur auf den Strombezug, sondern auch auf andere Aspekte wie Wasserverfügbarkeit, Flächenverbrauch und Umweltverträglichkeit beziehen.
  • Bei der Unterstützung des Markthochlaufs ist entscheidend, dass verbindliche Ziele für den Ein- und Absatz von erneuerbarem Kerosin festgelegt werden, welche regulatorischen Rahmenbedingungen erforderlich sind und welche staatliche technologieoffene Förderung für einen selbsttragenden Markt notwendig ist: In der Roadmap ist hierzu festgehalten, dass Bund und Länder die Entwicklung und Produktion von PtL-Kerosin fördern und so zunächst ein Angebot schaffen. Durch eine verbindliche Mindestquote auf die in Deutschland verkauften Flugkraftstoffe sowie durch eine Abnahmeverpflichtung wird sichergestellt, dass trotz höherer Kosten der Kraftstoffe eine Nachfrage und Investitionssicherheit für die Marktakteure geschaffen wird. Wettbewerbsverzerrungen für den Luftverkehr sollen dabei vermieden werden. Darum sollten regulatorische Maßnahmen so ausgestaltet werden, dass sie einerseits wirkungsvoll und andererseits wettbewerbsneutral sind. Auf dieser Grundlage verpflichten sich die Luftverkehrsunternehmen zur Abnahme relevanter Mengen an PtL-Kerosin in den nächsten Jahren.

Für die Ausgestaltung und Umsetzung der PtL-Roadmap zeichnen verantwortlich: seitens der Bundesregierung das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die Bundesländer vertreten durch den hessischen Verkehrsminister Tarek Al Wazir, sowie auf Seiten der Industrie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL), der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) sowie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).

Claudia Nehring
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