Klimaschutzreport 2018

1. Internationale Klimaschutzstrategie für die Luftfahrt

Schon im Jahr 2009 haben sich Flugzeughersteller, Fluggesellschaften, Flugsicherungen und Flughäfen weltweit auf eine Klimaschutzstrategie verständigt: Die Treibstoffeffizienz soll pro Jahr um 1,5 Prozent gesteigert werden, ab 2020 soll der Luftverkehr CO2-neutral wachsen und bis 2050 sollen gegenüber dem Jahr 2005 die Netto-CO2-Emissionen der Luftfahrt um 50 Prozent sinken. Erreicht werden diese Ziele durch folgende Maßnahmen:

Bereits heute: Effizienz steigern – CO2-Anstieg verringern

Mit der Senkung des spezifischen Energiebedarfs der Flugzeuge wird der Verbrauch von Kerosin und somit der CO2-Ausstoß pro Passagier reduziert. Zu den Maßnahmen gehören technische Innovationen im Flugzeug- und Triebwerksbau, optimal aufeinander abgestimmte betriebliche Prozesse am Boden und in der Luft sowie die Umsetzung des Einheitlichen Europäischen Luftraums (SES).

Das Ziel: CO2-neutral fliegen

Um langfristig CO2-neutral fliegen zu können, bedarf es der Entwicklung neuer Flugzeugkonzepte und -antriebe sowie politischer Unterstützung und Förderung, um nachhaltig erzeugte Flugkraftstoffe marktfähig und verfügbar zu machen.

Auf dem Weg zum Ziel: CO2-Wachstum kompensieren

Da der weltweite Luftverkehr weiter um etwa 5 Prozent pro Jahr wachsen wird, reicht eine Senkung des spezifischen Treibstoffverbrauchs nicht aus, um den Anstieg der CO2-Emissionen zu stoppen. Daher wurde auf UN-Ebene bei der Luftfahrtorganisation ICAO das internationale CO2-Kompensationssystem CORSIA beschlossen.Damit wird ab 2020 das wachstumsbedingte CO2 internationaler Flüge durch die Finanzierung von Klimaschutzprojekten kompensiert.

2. Klimaschutz in Zahlen

Der Luftverkehr wird ökologisch immer effizienter, denn es gelingt der Luftfahrt, die Zunahme des Kerosinverbrauchs und der CO2-Emissionen geringer zu halten als das Verkehrswachstum.

Der Luftverkehr ab deutschen Flughäfen hat sich seit 1990 mehr als verdreifacht. Aber der Kerosinbedarf ist im gleichen Zeitraum nur um 98 Prozent gestiegen.

Die Entkopplung von Kerosinbedarf und Verkehrswachstum wurde durch Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz erreicht.

Neuer Effizienzrekord im Passagierverkehr

Die deutschen Fluggesellschaften haben ihren Treibstoffverbrauch pro Passagier seit 1990 um 43 Prozent verringert. 1990 benötigte ein Flugzeug durchschnittlich 6,3 Liter pro Passagier auf 100 Kilometern. Im vergangenen Jahr verbrauchten die Flotten der deutschen Fluggesellschaften durchschnittlich nur noch 3,58 Liter Kerosin auf der gleichen Strecke. Das ist ein neuer Effizienzrekord.

Einflussfaktoren: Streckenlänge und Auslastung

Der Verbrauch pro Passagier ist beim Fliegen unter anderem abhängig von der Auslastung des Flugzeugs und der Länge der Flugstrecke. Reine Touristikflüge verbrauchen pro Person im Schnitt weniger Kerosin, weil sie aufgrund langfristiger Planung und Buchung in der Regel eine höhere Auslastung aufweisen als Linienflüge.

Klimaschutzbeitrag der Deutschen Flugsicherung

Die DFS Deutsche Flugsicherung hat in den vergangenen Jahren dafür gesorgt, dass Flugzeuge immer weniger Umwege fliegen müssen: Die durchschnittliche Abweichung von der Ideallinie einer Flugstrecke konnte so in Deutschland um 31 Prozent reduziert werden – von 5,5 km auf 3,8 km im Jahr 2017.

Mit den dadurch bei allen Flügen eingesparten Kilometern könnte ein Flugzeug 136-mal um die Erde fliegen. Insgesamt wurden durch die Vermeidung von Umwegen alleine im Jahr 2017 rund 69.000 Tonnen weniger CO2 ausgestoßen.

Fracht rauf – Verbrauch runter

Auch deutsche Frachtflugzeuge fliegen so effizient wie nie zuvor: Auf Passagiere umgerechnet benötigt die Fracht-Flotte der Lufthansa Cargo nur 1,80 Liter auf 100 Kilometern. Ein Frachter braucht pro 100 Kilogramm Gewicht weniger Treibstoff als ein Passagierflugzeug, weil der zur Verfügung stehende Raum effektiver genutzt werden kann und zum Beispiel nicht mit Sitzen belegt werden muss.

Die CO2-Bilanz an deutschen Flughäfen

Die Flughäfen konnten ihre spezifischen CO2-Emissionen zwischen 2010 und 2017 um 38 Prozent auf 1,91 kg CO2 pro Verkehrseinheit** senken. Das ist unter anderem zurückzuführen auf die Optimierung der Bodenprozesse und den Einsatz innovativer Technologien zum Betrieb von Gebäuden und Anlagen wie etwa moderne Heizungssteuerungen sowie den Einsatz alternativer Fahrzeugantriebe wie Elektromotoren.

Anteil des globalen Luftverkehrs an den CO2-Emissionen liegt bei 2,69 Prozent

Der Luftverkehr verbessert seit Jahren weltweit seine Energieeffizienz und damit die CO2-Bilanz. Trotz hoher Wachstumsraten lag der Anteil des Luftverkehrs an den weltweiten CO2-Emissionen im Jahr 2015 bei 2,69 Prozent. Im Jahr 2000 waren es noch 2,92 Prozent. Der Grund: Immer effizientere Flüge sorgen dafür, dass die absoluten CO2-Emissionen des Luftverkehrs weniger stark wachsen als die Emissionen anderer Sektoren.

Innereuropäischer Luftverkehr: Anteil an CO2-Emissionen weiter gering

Im Jahr 2015 hatte der innereuropäische Luftverkehr einen Anteil von 0,52 Prozent an den gesamten CO2-Emissionen der EU. In Deutschland lag der Anteil innerdeutscher Flüge an den Gesamtemissionen bei 0,3 Prozent.

39 Milliarden Euro für weniger CO2

Um den Treibstoffbedarf und damit den CO2-Ausstoß eines Flugzeugs zu senken, muss an vielen Stellschrauben gedreht werden. Die wichtigsten sind dabei Antriebe, Aerodynamik und Gewicht. Entsprechende technische Innovationen sorgen dafür, dass der Treibstoffbedarf mit jeder neuen Flugzeuggeneration um bis zu 25 Prozent sinkt. Am wirkungsvollsten sind also Investitionen in neue Flugzeuge. Das setzt jedoch die Investitionskraft der Fluggesellschaften voraus.

Nationale Alleingänge wie die Luftverkehrsteuer schaffen einseitige Belastungen und verzerren den Wettbewerb zulasten der deutschen Fluggesellschaften – das reduziert die Investitionskraft undschwächt somit auch Innovationen für mehr Klimaschutz. Trotzdem investieren die deutschen Fluggesellschaften kontinuierlich in neues Fluggerät: zurzeit in 242 verbrauchsärmere Flugzeuge zum Listenpreis von insgesamt 39 Milliarden Euro.

Ökonomie und Ökologie stehen hierbei idealerweise im Einklang, denn die Treibstoffkosten machen bis zu 30 Prozent der Betriebskosten einer Fluggesellschaft aus. Die Investitionen könnten jedoch deutlich höher ausfallen, wenn der Gesetzgeber die wettbewerbsverzerrenden Belastungen reduzieren würde.

Uta Maria Pfeiffer
Leiterin Nachhaltigkeit
uta-maria.pfeiffer@bdl.aero
+49 30 520077-140
Nils Wigger
Pressereferent
nils.wigger@bdl.aero
+49 30 520077-116
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