Luftfahrt kann Leben retten

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Ivo Rzegotta
Leiter Strategie und Kommunikation
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Bei Naturkatastrophen, kriegerischen Auseinandersetzungen und vergleichbaren Situationen ist meist schnelles Handeln gefragt. Hilfsgüter wie Medikamente, Nahrungsmittel, Trinkwasser oder Zelte müssen möglichst bald zu den Betroffenen gelangen. Da sich Transporte in viele Gebiete nicht per LKW durchführen lassen und Schiffe nicht schnell genug vor Ort sein können, sind Flugzeugtransporte elementar für die humanitäre Hilfe in vielen Krisenregionen. Schließlich gibt es über große Distanzen kein schnelleres Beförderungsmittel als das Flugzeug.

Schnelle Hilfe aus der Luft

Nach schweren Naturkatastrophen oder kriegerischen Auseinandersetzungen bricht die lokale Infrastruktur häufig komplett zusammen, viele Gebiete sind dann gar nicht oder nur sehr schwer zugänglich. Ein Tsunami in Thailand, eine Cholera-Epidemie in Haiti, ein Hurrikan in Puerto Rico, Überschwemmungen in Peru — oftmals bleibt nur der Luftweg, um notleidende Menschen mit Medikamenten, Nahrung, frischem Trinkwasser und einer provisorischen Unterkunft zu versorgen. Neben zwischenstaatlichen Organisationen und Nichtregierungsorganisationen leisten auch Luftverkehrsunternehmen einen großen Beitrag zur Versorgung der Betroffenen in den Katastrophengebieten. Sie bringen nicht nur Helfer in die Katastrophengebiete, sondern transportieren auch dringend benötigte Hilfsgüter mit dem Flugzeug in die Krisengebiete.

In Konflikt- oder Katastrophengebiete, die so unsicher sind, dass zivile Luftfahrt dort nicht operieren kann, werden Hilfsflüge unter anderem durch das eigene Hilfsprogramm der Vereinten Nationen durchgeführt (United Nations Humanitarian Air Service). Ansonsten werden auch zivile Fluggesellschaften und Flughäfen in das Hilfsnetzwerk eingebunden. Dabei arbeiten sie in der Regel eng mit Partnern wie Luftfahrt ohne Grenzen oder dem Roten Kreuz zusammen. Im Rahmen dieser Kooperation führen sie dann Passagier- oder Frachtflüge durch – sowohl in der unmittelbaren Krisensituation als auch in der Phase des Wiederaufbaus.

Beispiele für Aktivitäten der Luftfahrt:

  • Koordination von humanitärer Logistik:
    Durch den Hurrikan „Maria“ gerieten Ende September 2017 knapp drei Millionen Menschen im karibischen Puerto Rico in Not. Häuser wurden komplett zerstört, Telefonleitungen gekappt und das Stromnetz brach zusammen – auch das Trinkwasser wurde knapp. Das Disaster Response Team (DRT) der Deutschen Post DHL Group war deshalb vor Ort, um die internationalen Hilfslieferungen zu koordinieren. Sie entluden Flugzeugpaletten, lagerten Hilfsgüter ein, inventarisierten diese und sorgten für die geordnete Abgabe an die Hilfsorganisationen im Katastrophengebiet. Das DHL-Team beteiligte sich drei Wochen lang an der Hilfsaktion und sorgte dafür, dass die Hurrikan-Opfer mit dringend benötigten Materialien versorgt werden konnten.
  • Logistische Unterstützung für Hilfsorganisationen:
    Lufthansa Cargo bildet das logistische Rückgrat zahlreicher Hilfsorganisationen. Zum Beispiel ermöglicht die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz den kurzfristigen Transport von Medikamenten, Trinkwasseraufbereitungsanlagen und anderen Hilfsgütern an die Orte, wo diese dringend benötigt werden. Condor unterstützte mit Hilfsflügen die Organisation Luftfahrt ohne Grenzen – lieferte etwa kurz nach einem Erdbeben in Haiti dringend benötigte Hilfsgüter wie Medikamente, Zelte, Decken, Kindernahrung etc. in die haitianische Hauptstadt, von wo aus sie weiter in die Katastrophengebiete zu den notleidenden Menschen gelangten.
  • Trinkwasser nach einer Naturkatastrophe:
    Im März 2017 wurde Peru von dramatischen Überschwemmungen heimgesucht. Viele Peruaner wurden aufgrund der anhaltenden Unwetter obdachlos und hatten kaum Zugang zu frischem Trinkwasser. Die Fraport AG reagierte prompt gemeinsam mit der peruanischen Tochtergesellschaft Lima Airport Partners S.R.L und schickte via Luftfracht 25 wasserfilternde Container nach Peru, die jeweils bis zu 1.200 Liter Trinkwasser pro Tag aufbereiten konnten. Die Container versorgten so täglich knapp 10.000 Betroffene mit 30.000 Litern sauberem Wasser.
  • Krankentransport und Krankenversorgung:
    Während der Ebola-Epidemie in Westafrika stellte die Lufthansa zudem gemeinsam mit der Bundesregierung das Spezialflugzeug „Robert Koch“ zur Verfügung, das Ebola-Patienten oder infizierte Helfer aus Westafrika ausfliegen und bereits in der Luft behandeln konnte . Dazu war der Airbus A340-300 mit modernster Medizintechnik und einer Sonder-Isolationseinheit ausgestattet.
  • Medizinisches Hilfsprojekt Cargo Human Care:
    Aus der Zusammenarbeit von Mitarbeitern der Lufthansa Cargo und Ärzten aus ganz Deutschland ist das Projekt Cargo Human Care entstanden, das medizinische Hilfsgüter dorthin bringt, wo sie dringend benötigt werden. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von Lufthansa Cargo und der Fraport.