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Vorausschau auf das Luftverkehrsangebot

August 2026 – Januar 2027

Sitzplatzangebot in Deutschland und Europa

Europa* gesamt

Die Zahl der angebotenen Sitzplätze wächst von August 2026 bis Januar 2027 gegenüber
dem Vergleichszeitraum 2025/2026 um 5 Prozent und übertrifft mit einer Erholungsrate
von 111 Prozent den Referenzzeitraum 2019/20 deutlich. Den größten Marktanteil haben
die europäischen Punkt-zu-Punkt-Airlines mit 41 Prozent, die auch im Vorjahresvergleich mit 8 Prozent überdurchschnittlich wachsen.

Im Vergleich zu 2019 haben sich die Punkt-zu-Punkt-Airlines mit einer Recovery-Rate von 133 Prozent am stärksten entwickelt. Den größten Zuwachs im Vorjahresvergleich haben die touristischen Airlines mit 11 Prozent.

GeschäftsmodellAnteil Sitze am GesamtverkehrWachstum ggü. VorjahresperiodeErholung ggü. 04/2019 bis 09/2019
Europ. Netz-Airlines33%1%92%
Außereurop. Netz-Airlines10%3%114%
Punkt-zu-Punkt-Airlines41%8%133%
Touristische Airlines6%11%133%
Sonstige Airlines11%7%99%
Gesamt100%+5%+111%

Deutschland

Der Luftverkehr in Deutschland wächst kaum noch. Der Abstand zu den übrigen Märkten
vergrößert sich dadurch weiter. Besonders groß ist der Unterschied bei der Entwicklung
der europäischen Punkt-zu-Punkt-Airlines. Hier liegt das Sitzplatzangebot ab Deutschland
55 Prozentpunkte hinter den übrigen europäischen Ländern zurück. Auch der Marktanteil
von 28 Prozent ist deutlich kleiner.

Die europäischen Netzwerk-Airlines erreichen mit 79 Prozent von 2019 eine noch niedrigere Erholungsrate. Europäische und außereuropäische Netzwerk-Carrier reduzieren ihr Angebot. Grund ist die Doppel-Belastung durch hohe Kerosinpreise und überdurchschnittlich hohe staatliche Standortkosten in Deutschland.
Einzig die touristischen Airlines überschreiten das frühere Niveau mit einer Recovery von 149 Prozent, zweistelligem Wachstum und einem Marktanteil von 18 Prozent deutlich.

GeschäftsmodellAnteil Sitze am GesamtverkehrWachstum ggü. VorjahresperiodeErholung ggü. 04/2019 bis 09/2019
Europ. Netz-Airlines42%-4%79%
Außereurop. Netz-Airlines7%-2%94%
Punkt-zu-Punkt-Airlines28%5%88%
Touristische Airlines18%11%149%
Sonstige Airlines5%4%112%
Gesamt100%+1%92%

Europa* ohne Deutschland

Im restlichen Europa wächst das Luftverkehrsangebot ungebremst weiter. Das
Sitzplatzangebot erreicht 116 Prozent des Referenzzeitraums 2019, das Angebot der
europäischen Punkt-zu-Punkt-Airlines sogar 143 Prozent bei 44 Prozent Marktanteil. Die
touristischen Airlines wachsen um 10 Prozent und auf 121 Prozent von 2019.

GeschäftsmodellAnteil Sitze am GesamtverkehrWachstum ggü. VorjahresperiodeErholung ggü. 04/2019 bis 09/2019
Europ. Netz-Airlines31%2%96%
Außereurop. Netz-Airlines10%4%118%
Punkt-zu-Punkt-Airlines44%9%143%
Touristische Airlines4%10%121%
Sonstige Airlines12%7%99%
Gesamt100%+6%116%

Sitzplatzangebot in Deutschland nach Zielregionen

Von August 2026 bis Januar 2027 werden auf allen Flügen von, nach und in Deutschland
insgesamt 129 Millionen Sitzplätze angeboten. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum
wächst die angebotene Kapazität kaum. Das Angebot liegt derzeit bei 92 Prozent des
Referenzwerts von 2019.

Mio. SitzeWachstum ggü. VorjahresperiodeErholung ggü. 06/2019 bis 11/2019
Alle Zielgebiete141,80%92%

Innerdeutsch

Der innerdeutsche Verkehr schrumpft um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf
47 Prozent des Niveaus von 2019. Auf dezentralen Strecken, die nicht die Drehkreuze
Frankfurt oder München als Start oder Ziel haben, beträgt die Kapazität 20 Prozent des
einstigen Angebots. Der dezentrale Verkehr geht im Vergleich zum Vorjahr nicht weiter
zurück, aber die Zahl der angebotenen Sitze auf Drehkreuzverbindungen sinkt deutlich
um 8 Prozent und erreicht nur noch 59 Prozent des Niveaus von 2019.

Verkehr von/nachMio. SitzeAnteil am GesamtverkehrWachstum ggü. VorjahresperiodeErholung ggü. 06/2019 bis 11/2019
Innerdeutsch dezentral1,01%1%20%
Innerdeutsch Drehkreuze7,05%-8%59%
Gesamt8,06%-7%47%

Kurz- und Mittelstrecke

Auf europäischen Kurz- und Mittelstrecken bewegt sich das Sitzplatzangebot mit 98
Prozent knapp unterhalb des Niveaus von 2019. Im Vergleich zum Vorjahr wächst die
angebotene Kapazität von/nach Deutschland leicht um 2 Prozent. Das Wachstum in die
touristisch geprägten Zielgebiete am Mittelmeer entwickelt sich etwas besser.

Die meisten für den Wirtschaftsstandort Deutschland wichtigen Routen in die restlichen
Regionen Europas liegen noch deutlich unter dem Niveau von 2019 und wachsen fast
alle im Vorjahresvergleich kaum bzw. schrumpfen sogar.

Verkehr von/nachMio. SitzeAnteil am GesamtverkehrWachstum ggü. VorjahresperiodeErholung ggü. 06/2019 bis 11/2019
Nordafrika / Levante65%11%142%
Nordeuropa5,74%1%84%
Schweiz / Österreich7,36%-2%72%
Ost- / Südosteuropa15,312%2%88%
Westeuropa16,313%-5%78%
Südeuropa49,638%5%116%
Gesamt100,278%2%98%

Langstrecke

Das Sitzplatzangebot auf Langstrecken beträgt im Berichtszeitraum 97 Prozent des
Niveaus von 2019. Im Vergleich zum Vorjahr wächst das Angebot nicht mehr. Deutlich
rückläufig ist das Angebot in Richtung der teilweise von der aktuellen Krise betroffenen
Region Mittlerer Osten/Zentralasien. Es verringert sich im Vorjahresvergleich um
9 Prozent. Die kleineren Märkte Afrika und Lateinamerika wachsen deutlich, der
wichtige Markt Nordamerika stagniert.

Verkehr von/nachMio. SitzeAnteil am GesamtverkehrWachstum ggü. VorjahresperiodeErholung ggü. 06/2019 bis 11/2019
Lateinamerika1,11%11%83%
Afrika1,41%12%106%
Mittlerer Osten / Zentr. Asien4,53%-9%100%
Asien5,74%4%97%
Nordamerika8,16%0%96%
Gesamt20,816%0%97%

Sitzplatzangebot in Deutschland nach Flughafenstandort

Drehkreuze

Das Angebot an den beiden großen Drehkreuzen Frankfurt und München erreicht im
Zeitraum August 2026 bis Januar 2027 89, bzw. 86 Prozent des Niveaus von 2019. Im
Vorjahresvergleich sinkt die angebotene Kapazität leicht.

ab FlughafenMio. SitzeWachstum ggü. VorjahresperiodeErholung ggü. 04/2019 bis 09/2019
Frankfurt19,9-1%89%
München13,6-1%86%

Mittelgroße Flughäfen

Die Entwicklung der anderen großen deutschen Verkehrsflughäfen ist im
Vorjahresvergleich sehr unterschiedlich. Während das Angebot am Köln/Bonn zweistellig
wächst, verzeichnen Berlin-Brandenburg, Hamburg und Düsseldorf leichte bis mittlere
Zuwächse. In Stuttgart verringert sich das Angebot gegenüber 2019.

Alle genannten Standorte liegen weiterhin hinter der durchschnittlichen Entwicklung in Deutschland und
vor allem hinter den 2019 angebotenen Kapazitäten zurück. Hier machen sich das fehlende Angebot der europäischen Punkt-zu-Punkt-Airlines, der weggebrochene dezentrale innerdeutsche Verkehr und aktuelle Kapazitätsanpassungen aufgrund geopolitischer Rahmenbedingungen besonders bemerkbar. In der Folge ist die
Konnektivität an diesen Standorten stark reduziert.

ab FlughafenMio. SitzeWachstum ggü. VorjahresperiodeErholung ggü. 04/2019 bis 09/2019
Berlin7,81%75%
Düsseldorf6,74%82%
Hamburg4,41%84%
Köln/Bonn3,312%85%
Stuttgart2,8-7%67%

Weitere Flughäfen

Die kleineren Standorte Dortmund, Hahn, Karlsruhe Baden/Baden, Memmingen,
Niederrhein/Weeze und Nürnberg, an denen die Fluggesellschaften jeweils nicht mehr als
1,4 Millionen Sitzplätze im Berichtszeitraum anbieten, erreichen überdurchschnittlich
hohe Werte im Vergleich zum Jahr 2019. Das Sitzplatzangebot hat sich teilweise mehr als
verdoppelt. Grund dafür ist, dass die europäischen Punkt-zu-Punkt-Airlines an kleineren
Regionalflughäfen mit vergleichsweise leicht geringeren Standortkosten im begrenzten Umfang zusätzliche Kapazitäten einsetzen. Hierbei handelt es sich vor allem um VFR-Verkehr (VFR=„Visiting Friends and Relatives“) und Flüge zu touristischen Zielen.

ab FlughafenMio. SitzeWachstum ggü. VorjahresperiodeErholung ggü. 04/2019 bis 09/2019
Bremen0,5-11%70%
Dortmund1,119%142%
Hahn0,6-12%157%
Hannover1,812%92%
Karlsruhe/Baden-Baden0,714%188%
Leipzig/Halle0,5-11%68%
Memmingen1,25%248%
Niederrhein/Weeze0,76%209%
Nürnberg1,43%105%
Weitere*1,25%76%

Erläuterungen

  • Alle Daten geben das zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Vorschau geplante Sitzplatzangebot wieder, kurzfristige Streichungen aufgrund von Wetter, Streiks etc. sind nicht berücksichtigt.
  • Europa* = von / nach / in EU27 / EWR / Großbritannien

Zuordnung Verkehrsgebiete / Grenzfälle

  • Das Sitzplatzangebot wird pro Richtung einfach gezählt (nicht Ankunft+Abflug). Erfasst werden frei buchbare Sitzplätze, d.h. in der Regel keine Charterflüge.
  • Innerdeutsches Sitzplatzangebot wird pro Richtung einfach gezählt (nicht getrennt nach Start/Landung).
  • Innerdeutsch Drehkreuze: Innerdeutsche Strecken von und nach Frankfurt / München.
  • Innerdeutsch dezentral: Innerdeutsche Strecken, die Frankfurt und München nicht berühren.
  • Südeuropa: Griechenland, Zypern, Türkei und Portugal wurden Südeuropa zugeordnet.
  • Ost-/ Südosteuropa: Diese Zielregion besteht aus allen zentral-und osteuropäischen Staaten inkl. den baltischen Staaten, dem europäischen Teil von Russland und allen Balkanstaaten.
  • Westeuropa: Neben Benelux, Frankreich, Ver. Königreich und Irland gehört auch Island zu dieser Zielregion.
  • „Nordafrika / Levante“: Israel, Jordanien, Libanon, Ägypten, Tunesien, Algerien, Marokko. Diese Region stellt ein eigenes Verkehrsgebiet dar. Obwohl sie im eigentlichen Sinne zum Interkontinentalverkehr zählen würde, gehört es organisatorisch zum europäischen Verkehr (kürzere Strecken als bspw. nach Asien oder Nordamerika, Teil des europäischen Mittelmeertourismus und typischerweise Einsatz von Schmalrumpfflugzeugen).
  • „Mittlerer Osten / Zentralasien“: Golfregion und Armenien, Aserbeidschan, Georgien, Kasachstan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan.

Zuordnung Airlines zu Geschäftsmodellen

  • Europäische Netz-Airlines: Lufthansa, Austrian, Brussels Airlines, Swiss, Air France, British Airways, Finnair, Iberia, KLM, SAS, Turkish Airlines u.a.
  • Punkt-zu-Punkt-Airlines: Eurowings, EasyJet, Ryanair, Wizz Air u.a.
  • Außereuropäische Netzwerk-Airlines: Air India, American Airlines, Delta, Emirates, Qatar, Singapore, Thai, United u.a.
  • Touristische Airlines: Condor, Discover Airlines, TUIfly, SunExpress u.a.
  • Sonstige Airlines: Alle kleineren und regionalen Airlines, die nicht eindeutig o.a. Gruppen zuzuordnen sind: Air Baltic, Luxair u.a.

Kontaktieren Sie uns gerne …

Dirk Helf Dirk Helf Leiter Wirtschaft und Infrastruktur +49 30 520077-145
Alexander Klay Alexander Klay Pressesprecher +49 30 520077-165