BDL-Konnektivitätsatlas: Diese wichtigen Ziele fehlen im Streckennetz deutscher Flughäfen
Die interaktive Karte vergleicht gestrichene und neue Strecken sowie Frequenzreduzierungen und -erhöhungen auf Bestandsstrecken. Die Daten zeigen ein klares Bild: Seit 2019 haben deutsche Flughäfen Hunderte von Flugverbindungen verloren, andere Strecken sind nur in geringerem Umfang neu hinzugekommen. Deutlich wird auch eine Verschiebung der Zielgebiete weg von den bedeutenden Wirtschaftsmetropolen Europas und der Welt hin zu eher touristisch geprägten Destinationen und Strecken, die hauptsächlich den Heimat- und Familienreiseverkehr bedienen.
Berlin hat beispielsweise Ziele wie Toulouse, Turin oder Belfast verloren, während Chișinău, Timișoara oder der Badeort Scharm El-Scheich neu sind. Glasgow und Liverpool haben jeweils fast 90 Prozent ihres Angebots eingebüßt, Hurghada und Dalaman verzeichnen Wachstumsraten von mehreren Hundert Prozent.
Insgesamt ist die Zahl der Bestandsstrecken mit zusätzlichen Frequenzen zwar größer als die der Strecken mit Frequenzreduzierungen, aber dieser erste Eindruck täuscht. Auf Jahressicht stehen 120.000 zusätzlichen Flügen mehr als 370.000 Streichungen gegenüber. Für jeden zusätzlichen Flug auf einer bereits bestehenden Route sind zu anderen Zielen drei Flüge gestrichen worden.
Hintergrund dieser Entwicklung sind vor allem die staatlichen Standortkosten für Luftverkehr ab Deutschland, die sich seit 2020 nahezu verdoppelt haben. In der Folge liegt Deutschland bei der Erholung des Luftverkehrs nach der Corona-Pandemie nur auf Platz 28 von 31 europäischen Ländern, während der Luftverkehr im übrigen Europa längst neue Rekordwerte erreicht.
Der Konnektivitätsatlas des BDL bildet diese Entwicklung in einer interaktiven Karte für die wichtigsten deutschen Flughäfen ab. Er zeigt, welche Verbindungen verloren gegangen sind und wie sich die Anbindung der Regionen seit 2019 verändert hat.
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Fußnote: Bei allen Angaben handelt es sich um das von den Airlines geplante Angebot für ein gesamtes Jahr, zuletzt abgerufen am 31.08.2026. Die Streichung einer Strecke im dritten Quartal wird daher auf Jahressicht zunächst als Reduzierung dargestellt.