Quelle: Flughafenverband ADV
Bericht zur Lage der Branche
1. Halbjahr 2025
Entwicklung des Passagierverkehrs im ersten Halbjahr 2025
Die Erholung des Luftverkehrs hat sich im ersten Halbjahr 2025 massiv verlangsamt – die Passagieranzahl ist nur um 2,8 Prozent gestiegen
Die Passagieranzahl ist um 2,7 Millionen auf 99,4 Millionen gestiegen. Damit liegt der Luftverkehr ab Deutschland 15,8 Prozent unter dem Niveau von 2019. Vor einem Jahr erreichte der Luftverkehr von und nach Deutschland noch einen Zuwachs von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dies entsprach einem Anstieg der Passagierzahl um 9 Millionen.
Ähnlich hat sich das Geschäft des Travel-Retail-Marktes entwickelt. Zu diesem zählen unter anderen die Duty-Free-Shops an den Flughäfen. Der innerdeutsche Verkehr bleibt weit hinter der Vor-Corona-Zeit zurück. Unterm Strich fanden im 1. Halbjahr 2025 im Vergleich zu 2019 weniger als halb so viele Inlandsflüge statt.
Passagiere an/ab dt. Flughäfen
Passagierzahl 1. Halbjahr in Mio. und Erholungsrate ggü. 2019
Passagiere an/ab dt. Flughäfen
Passagierzahl 1. Halbjahr in Mio.
Quelle: Flughafenverband ADV
Bei der Erholung des Luftverkehrs nach der Corona-Pandemie liegt Deutschland im europäischen Vergleich weiterhin deutlich zurück
Auch im ersten Halbjahr 2025 hat sich der Luftverkehr in Deutschland im Vergleich zum Niveau von 2019 wesentlich schwächer entwickelt als in nahezu allen anderen europäischen Ländern. Während das Sitzplatzangebot in Europa ohne Deutschland 107 Prozent erreicht hat, kommt Deutschland nur auf 87 Prozent von 2019.
Dem Luftverkehr in Deutschland gelingt es nicht, die Lücke zur europäischen Entwicklung nach der Corona-Pandemie zu schließen. Hierzu müsste der Luftverkehr in Deutschland deutlich stärker wachsen als im restlichen Europa.
Die Abschaffung der nationalen Luftverkehrsteuer in Schweden erfolgte zum 1. Juli 2025. Ein positiver Effekt wird erst in Zukunft messbar sein.
Recovery-Rate aller europäischer Staaten
Angebotene Sitzplätze 1. Halbjahr 2025 ggü. 1. Halbjahr 2019 in Prozent
| Land | Recovery-Rate |
|---|---|
| Malta | 134% |
| Zypern | 133% |
| Griechenland | 133% |
| Kroatien | 130% |
| Polen | 123% |
| Portugal | 121% |
| Rumänien | 118% |
| Ungarn | 118% |
| Spanien | 115% |
| Italien | 113% |
| Island | 112% |
| Bulgarien | 111% |
| Estland | 110% |
| Irland | 107% |
| Luxemburg | 107% |
| Europa ohne DE | 107% |
| Europa | 104% |
| Litauen | 104% |
| Vereinigtes Königreich | 102% |
| Belgien | 101% |
| Frankreich | 101% |
| Niederlande | 100% |
| Slowakei | 99% |
| Österreich | 99% |
| Schweiz | 99% |
| Tschechische Republik | 98% |
| Dänemark | 96% |
| Norwegen | 91% |
| Lettland | 91% |
| Deutschland | 87% |
| Finnland | 84% |
| Schweden | 72% |
| Slowenien | 70% |
Quelle: SRS Analyser
Punkt-zu-Punkt-Verkehr bleibt in Deutschland deutlich zurück
Das Angebot der europäischen Punkt-zu-Punkt-Airlines liegt in den restlichen europäischen Ländern inzwischen 51 Prozentpunkte über dem Angebot in Deutschland. Auch der Marktanteil dieser Airlines ist in Deutschland mit 27 Prozent deutlich geringer als im restlichen Europa (43 Prozent).
Europäische Punkt-zu-Punkt-Airlines meiden Deutschland
In Deutschland entwickelt sich derzeit nur ein Geschäftsfeld besser als vor der Corona-Pandemie: Das Angebot der touristischen Airlines wuchs im 1. Halbjahr 2025 auf 134 Prozent im Vergleich zu 2019. Der Marktanteil dieses Segments ist mit 14 Prozent aber vergleichsweise gering.
Alle anderen Geschäftsfelder lagen dagegen im Vergleich zu den restlichen europäischen Ländern teilweise weit zurück.
Sitzplatzangebot nach Geschäftsmodell
2025 ggü. 2019 in Prozent
Quelle: SRS Analyser / Europa: EU27, Schweiz, UK, Island, Norwegen
Flugzeug-Stationierungen der Punkt-zu-Punkt-Airlines in Deutschland
Flugzeuge an Flughäfen in Deutschland
Quelle: Unternehmensangaben
Die Zahl der in Deutschland stationierten Flugzeuge von Punkt-zu-Punkt-Airlines ist seit 2019 um rund ein Drittel gesunken. Die Fluggesellschaften finden in anderen Teilen Europas bessere Rahmenbedingungen und verlagern daher ihre Flotten – Hauptursache sind die vergleichsweise sehr hohen staatlichen Standortkosten in Deutschland.
Die Folge der Flottenverlagerung ist ein Verlust von über vier Milliarden Euro Wertschöpfung und mehr als 10.000 Arbeitsplätzen. Hinzu kommt der damit verbundene Verlust der Konnektivität der deutschen Wirtschaftsmetropolen.
Analyse des Streckennetzes
Das innerdeutsche Streckennetz ist seit 2019 massiv geschrumpft
Bei Flügen innerhalb Deutschlands machen sich die hohen staatlichen Standortkosten besonders bemerkbar, da sie in voller Höhe sowohl beim Hin- als auch beim Rückflug anfallen. So fällt etwa die Luftverkehrsteuer doppelt an.
Die Folge: Die Zahl der innerdeutschen Flüge hat sich seit 2019 mehr als halbiert, die Zahl der angebotenen Strecken ist um 30 Prozent gesunken. Zudem wurde keine einzige neue innerdeutsche Verbindung aufgenommen.
Innerdeutsche Strecken*, Flüge und Passagiere
Zahl der angebotenen Strecken, Flüge (Tausend) und Passagiere (Millionen) 2019 und 2024
Quelle: SRS Analyser, Flughafenverband ADV
Beispiele von Strecken mit mehr als 1000 Flügen im Jahr 2019, die heute nicht mehr bedient werden:
- Hamburg – Köln (seit 2025)
- Düsseldorf – Stuttgart
- Düsseldorf – Nürnberg
- Hannover – Stuttgart
- Köln – Dresden
- Leipzig – Stuttgart
Entwicklung des Luftfrachtverkehrs im ersten Halbjahr 2025
Deutsche Frachtflughäfen kämpfen um Spitzenposition
Die deutschen Frachtflughäfen haben ihre Position in der europäischen Spitzengruppe gehalten. Am Flughafen Frankfurt wuchs die Ladungsmenge um ein Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und erreichte 94 Prozent des Niveaus von 2019.
Das wichtige Expressfracht-Drehkreuz Leipzig/Halle verbuchte ein Minus von 5,8 Prozent. Unterm Strich ist die Ladungsmenge aber noch 9 Prozent größer als 2019. Dagegen stieg der Frachtumschlag in Köln/Bonn um 3,6 Prozent. Dort ist das Luftfracht-Geschäft nun 5 Prozent größer als vor der Corona-Pandemie.
Der Flughafen München konnte das Frachtgeschäft um 7,7 Prozent steigern und liegt damit bei 94 Prozent des Vor-Corona-Niveaus. Der Flughafen Hahn kam auf ein Plus von 8,6 Prozent, aber erreicht somit lediglich 63 Prozent von 2019.
Ein- und Ausladungen im 1. Halbjahr 2025 an wichtigen europäischen Frachtflughäfen
In 1000 Tonnen
Quelle: ADV und Statistiken der Flughäfen; Istanbul IST, Paris CDG und Lüttich veröffentlichen keine aktuellen Daten
Weniger Waren an den deutschen Flughäfen ein- und ausgeladen als im Vorjahr
Die anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft trifft auch die Luftfracht: Nachdem das Frachtgeschäft im Vorjahreszeitraum noch leicht anstieg, wurden im 1. Halbjahr 2025 etwas weniger Waren an deutschen Flughäfen umgeschlagen.
Grund dafür ist ein Rückgang der Einladungen um 0,5 Prozent – hier handelt es sich im Wesentlichen um Exportgüter. Die Menge der Ausladungen nahm dagegen um ein Prozent zu. Unterm Strich ist die Ladungsmenge an den deutschen Flughäfen in der ersten Jahreshälfte 2025 um -0,2 Prozent gesunken. Damit liegt das Luftfrachtgeschäft an den deutschen Flughäfen leicht unter den Werten von 2019 (-1,2 Prozent).
Ein- und Ausladungen an deutschen Flughäfen
Monatliche Entwicklung 2025 ggü. 2024 in Prozent und Entwicklung 1. Halbjahr 2025 ggü. 2019
Quelle: ADV
Kennzahlen im Überblick
| Sitzplatzangebot (Mio.) | 1. Hj. 2019 | 1. Hj. 2024 | 1. Hj. 2025 |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 138 | 115 | 120 |
| - Wachstum (Vorjahr) / Erholung (2019) | +10% / 83% | +5% / 87% | |
| EU / EFTA / Großbritannien ohne DE | 531 | 542 | 570 |
| - Wachstum (Vorjahr) / Erholung (2019) | +9% / 102% | +5% / 107% | |
| Passagiere und Auslastung von dt. Unternehmens-Gruppen | 1. Hj. 2019 | 1. Hj. 2024 | 1. Hj. 2025 |
| Gesamt (Mio.) | 75 | 66 | 67 |
| - Wachstum (Vorjahr) / Erholung (2019) | +9% / 87% | +2% / 89% | |
| Auslastung (Sitzladefaktor) | 81,9% | 81,5% | 81,2% |
| Kontrollierte Flüge IFR-Flüge in DE | 1. Hj. 2019 | 1. Hj. 2024 | 1. Hj. 2025 |
| Gesamt | 1.610.716 | 1.409.337 | 1.451.004 |
| - Wachstum (Vorjahr) / Erholung (2019) | +6% / 87% | +3% / 90% |
| Passagiere an dt. Flughäfen | 1. Hj. 2019 | 1. Hj. 2024 | 1. Hj. 2025 |
|---|---|---|---|
| Gesamt (an+ab) | 117.079.945 | 96.717.862 | 99.439.858 |
| - Wachstum (Vorjahr) / Erholung (2019) | +10% / 82% | +3% / 84% | |
| Deutschland | 23.152.471 | 11.461.496 | 11.327.463 |
| - Wachstum (Vorjahr) / Erholung (2019) | +7% / 50% | +1% / 49% | |
| Europa | 73.273.785 | 65.854.518 | 67.986.742 |
| - Wachstum (Vorjahr) / Erholung (2019) | + 11% / 90% | +3% / 93% | |
| Übersee | 20.545.454 | 19.253.228 | 19.982.920 |
| - Wachstum (Vorjahr) / Erholung (2019) | +11% / 94% | +4% / 97% | |
| Luftfracht an dt. Flughäfen (in Tonnen) | 1. Hj. 2019 | 1. Hj. 2024 | 1. Hj. 2025 |
| Gesamt (an + ab) | 2.381.531 | 2.359.509 | 2.353.823 |
| - Wachstum (Vorjahr) / Niveau von 2019 | +2% / 99% | -0% / 99% |
Quelle: ADV, DFS, Unternehmensangaben, SRS Analyser
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