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Zum Stopp des geplanten Baus einer der größten Biokraftstoffanlagen in Rotterdam von Shell äußert sich Dr. Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, wie folgt:

Die Entscheidung von Shell, eine der größten geplanten Biokraftstoffanlagen in Rotterdam nicht zu bauen, stößt beim Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) auf Bedauern, kommt aber nicht unerwartet.

Die Nachricht setzt eine Reihe von Meldungen in jüngster Zeit fort, in denen Unternehmen Projekte stoppen und Klimaziele anpassen. Daher müssen Deutschland und EU ihre Ziele zeitnah evaluieren.

BDL-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Lang:
„Es reicht nicht aus, allein Quoten für nachhaltige Kraftstoffe (SAF) vorzugeben, den SAF-Hochlauf aber nicht ausreichend zu fördern. Wir brauchen auf nationaler und auf EU-Ebene Maßnahmen, die die SAF-Produktion auf breiter Basis anschieben und dazu beitragen, die Kosten für SAF zu senken. Ansonsten rücken die klimapolitischen Ziele der EU im Luftverkehr in weite Ferne.

Konkret muss in besonders kostenintensive SAF-Großprojekte investiert werden, um die Quotenvorgaben erfüllen zu können. Die Zeit der alleinigen Förderung von Forschungs- und Pilotprojekten ist vorbei, es geht jetzt um Skalierung und die Produktion in industriellem Maßstab. In Deutschland müssen dafür ausreichend Mittel aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) zur Verfügung gestellt werden. Flankiert werden sollte dies auf EU-Ebene durch ein umfangreiches SAF-Förderprogramm.

Wir brauchen endlich eine Politik, die sich an der Realität orientiert. Die Airlines investieren Milliardenbeträge in die Modernisierung ihrer Flotte. Am Flughafen Düsseldorf wird derzeit eine Anlage zur Produktion von SAF geplant, die ab 2028 fertiggestellt sein soll und bei der Eurowings als Pilotkunde exklusive Abnahmemengen vorgesehen hat. Allein wird der Einsatz neuer, treibstoffarmer Flugzeuge nicht ausreichen, um die Klimaziele zu erreichen. Die Produktion von alternativen Kraftstoffen findet nicht wie erhofft statt. In Folge bleiben die Preise von E-Fuels auf absehbare Zeit hoch. Anders als versprochen macht die aktuelle Klimapolitik der EU heimische Unternehmen nicht resilienter – sie kostet Resilienz. Diese Entwicklungen muss die EU anerkennen und gegensteuern.“