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Zum Beschluss des Bundestages, die nationale PtL-Quote abzuschaffen, äußert sich Dr. Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, wie folgt:

„Der BDL begrüßt die heutige Entscheidung des Bundestages, die nationale Power-to-Liquid-Quote (PtL-Quote) für den Luftverkehr abzuschaffen. Kurz vor dem Jahresende befreit die Koalition die Luftverkehrswirtschaft damit von einem unsinnigen, europarechtswidrigen Mühlstein, der zu erheblichen Wettbewerbsnachteilen für deutsche Airlines und Flughäfen geführt hätte. Da PtL nicht vorhanden ist, würde die Quote lediglich zu Strafzahlungen führen -ohne messbaren Klimanutzen.

Die einseitige nationale Vorgabe, ab dem 1. Januar 2026 PtL-Kraftstoff zu 0,5 Prozent verpflichtend beizumischen, ist nun vom Tisch und das aus gutem Grund. Die ReFuel-Aviation-Verordnung der EU setzt bereits den regulatorischen Rahmen für den Markthochlauf nachhaltiger Flugkraftstoffe. Sie schreibt vor, schon für dieses Jahr zwei Prozent nachhaltigen Flugkraftstoff (biogenes SAF) zu nutzen und erreicht damit mehr Treibhausgaseinsparungen als die deutsche PtL-Quote es getan hätte. Das zeigt einmal mehr, das nationale Regelungen kontraproduktiv und überflüssig sind.

Tatsache ist: Es gibt bisher keine nennenswerten PtL-Produktionsanlagen in Europa, die im industriellen Maßstab E-Kerosin produzieren. Aus diesem Grund fordern wir als BDL eine wettbewerbsneutrale Überarbeitung der EU-Klimaschutzgesetzgebung. Die derzeitigen regulatorischen Rahmenbedingungen erschweren die Produktionsentwicklung und legen unverhältnismäßige Kosten ausschließlich europäischen Unternehmen auf, während internationale Wettbewerber weitgehend unberührt bleiben. Auch die Bundesregierung muss ausreichend Finanzmittel für den Ausbau von nachhaltigen Flugkraftstoffen bereitstellen, zum Beispiel aus den Einnahmen des EU-Emissionshandelssystems.“