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19. Oktober 2026
Wirtschaft

BDL-Konnektivitätsatlas: Diese wichtigen Ziele fehlen im Streckennetz deutscher Flughäfen

Interaktive Karte zeigt Streckenstreichungen und Frequenzreduzierungen seit 2019

Der neue interaktive Konnektivitätsatlas des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) zeigt, wie die überhöhten staatlichen Standortkosten die Anbindung der Regionen verschlechtern. Er macht sichtbar, welche Strecken seit 2019 gestrichen wurden, welche neu hinzugekommen sind und wie sich die Frequenzen auf Bestandsstrecken verändert haben. Das Ergebnis: Deutschlands Regionen verlieren massiv an Konnektivität, vor allem die Anbindung an die Wirtschaftsmetropolen Europas hat sich in den vergangenen Jahren wesentlich verschlechtert.

Seit 2019 haben deutsche Flughäfen Hunderte von Flugverbindungen verloren, neue Strecken sind nur in geringerem Umfang hinzugekommen. Obendrein verschieben sich die Zielgebiete hin zu touristisch geprägten Destinationen. Berlin hat beispielsweise Toulouse, Turin und Belfast verloren, neu sind Chișinău, Timișoara und Scharm El-Scheich. Die Ziele Glasgow und Liverpool haben jeweils fast 90 Prozent der Flüge eingebüßt.

Auch der Blick auf die Bestandsstrecken fällt eindeutig aus: Zwar wurde das Angebot auf mehr Strecken ausweitet als reduziert. Doch insgesamt 120.000 zusätzlichen Flügen stehen mehr als 370.000 Streichungen gegenüber. Für jeden zusätzlichen Flug auf einer bestehenden Route sind also zu anderen Zielen drei Flüge entfallen.

Standortkosten bremsen die Erholung

Hauptursache sind die staatlichen Standortkosten für Luftverkehr ab Deutschland, die sich seit 2020 im Schnitt verdoppelt haben. Deutschland liegt bei der Erholung des Luftverkehrs nach der Corona-Pandemie nur auf Platz 28 von 31 europäischen Ländern. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte das Sitzplatzangebot hierzulande nur 85 Prozent des Niveaus von 2019, im übrigen Europa waren es 111 Prozent. Für den Winterflugplan 2026/27 erwartet der BDL, dass sich der Abstand weiter vergrößert.

„Der Konnektivitätsatlas macht sichtbar, was hinter den Zahlen steht: Wo früher Verbindungen in europäische Wirtschaftszentren bestanden, ist heute oft kein Angebot mehr vorhanden – oder das Angebot ist heute so gering, dass es für Geschäftsreisende auf vielen Strecken nicht mehr attraktiv ist“, sagt BDL-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Lang.

Der BDL-Konnektivitätsatlas ab sofort online: Zur interaktiven Karte

Die Bundesregierung hat für 2026 Entlastungen von rund 300 Millionen Euro beschlossen. Das Kostenniveau sinkt dadurch aber nur marginal, denn allein 2025 waren die staatlichen Standortkosten um 1,1 Milliarden Euro auf 4,3 Milliarden Euro gestiegen. Für neues Wachstum ist aus Sicht des BDL eine Halbierung nötig, etwa durch die ersatzlose Abschaffung der Luftverkehrsteuer.

Wie das Beispiel Schweden zeigt, wirkt eine solche Entlastung unmittelbar. In Schweden war die nationale Luftverkehrsteuer im vergangenen Jahr ersatzlos abgeschafft worden – dies entfachte innerhalb weniger Monate ein beispielloses Wachstum des Luftverkehrsangebotes. „Die bisherigen Entlastungen gehen in die richtige Richtung, reichen aber nicht aus. Deutschland braucht ebenfalls mutiges Bekenntnis zum Luftverkehr, damit auch unsere Wirtschaftsstandorte vom europäischen Luftfahrtboom profitieren können“, betont Dr. Lang.

Ansprechpersonen

Alexander Klay Alexander Klay Pressesprecher +49 30 520077-165