EU-Luftfahrtstrategie: BDL und FNAM fordern Kurswechsel für mehr Wettbewerbsfähigkeit
Gemeinsamer Appell der deutschen und französischen Luftverkehrswirtschaft an die EU-Kommission
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und sein französischer Partnerverband, die Fédération Nationale de l’Aviation et de ses Métiers (FNAM), wenden sich mit einem gemeinsamen Positionspapier an die EU-Kommission. Ihre Botschaft: Die neue EU-Luftfahrtstrategie muss Kosten und Bürokratie senken und faire Wettbewerbsbedingungen sichern, damit Europas Luftfahrt weiterhin ihre Kernaufgabe erfüllen kann: Europa mit der Welt zu verbinden.
Hohe Kosten infolge komplexer und asymmetrischer Regulierung schwächen die internationale Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Airlines und Drehkreuze. Damit stehen Arbeitsplätze und Wertschöpfung der heimischen Luftverkehrswirtschaft ebenso auf dem Spiel wie die Anbindung der europäischen Wirtschaft an ihre internationalen Märkte.
Die zentralen Forderungen von BDL und FNAM:
Klimaschutz ohne Wettbewerbsnachteile: Der EU-Emissionshandel darf nicht ausgeweitet werden, weder auf Flüge bis 5.000 Kilometer noch auf den vollen internationalen Geltungsbereich. Stattdessen soll die EU das globale Klimaschutzinstrument CORSIA stärken. Die Verlängerung der SAF-Allowances bis 2040 begrüßen die Verbände; sie sollten jedoch für alle Abflüge gelten und für jeden zertifizierten nachhaltigen Flugkraftstoff offenstehen, unabhängig vom Produktionsort.
- Hochlauf nachhaltiger Flugkraftstoffe unterstützen: Die SAF-Beimischungspflicht erhöht die Nachfrage, ohne ein entsprechendes Angebot am Markt zu sichern. Nötig sind Investitionssicherheit, ein ambitioniertes Book-&-Claim-System und eine PtL-Quote, die die tatsächliche Marktverfügbarkeit widerspiegelt.
- Fliegen muss bezahlbar bleiben: Neue Vorgaben, etwa zu Handgepäck, Sitzplätzen oder Zusatzleistungen, müssen auf Kosten und Verhältnismäßigkeit geprüft werden.
- Bürokratie drastisch abbauen: Die Luftfahrtstrategie und der geplante Omnibus-Verfahren zu Verkehrsthemen müssen doppelte Berichtspflichten und überlappende Regeln abschaffen, Genehmigungsverfahren vereinfachen und zum Beispiel den Betrieb von Flugsicherung und Grenzkontrollen erleichtern.
Das vollständige Positionspapier finden Sie im Anhang.
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