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Zivile Drohnen

Die Zahl von kommerziell und privat betriebenen zivilen Drohnen im deutschen Luftraum steigt rasant. Einer Hochrechnung der Deutschen Flugsicherung (DFS) zufolge werden 2018 bereits 1 Million unbemannte Flugsysteme in Deutschland verkauft worden sein. Inzwischen sind Drohnen für jedermann erschwinglich und scheinbar kinderleicht zu bedienen. Immer mehr kommerzielle Einsatzgebiete im zivilen Bereich werden erschlossen. Von der Überwachung von Kraftwerken über die Wartung technischer Anlagen bis hin zur Lieferung von Waren und Hilfsmitteln in schwer zugängliche Gebiete: Keine Frage, Drohnen können in vielen Bereichen wertvolle Dienste leisten. Darüber hinaus werden Drohnen auch immer mehr als Spielzeug und Freizeitgerät angeboten und auch so genutzt.

In einer Umfrage vom Oktober 2017 hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Verbands Unbemannte Luftfahrt erhoben, welche Chancen und Risiken die Menschen in Deutschland mit Drohnen verbinden. Die Ergebnisse zeigen: Die Menschen in Deutschland sehen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten für Drohnen im zivilen Bereich. Doch zugleich rechnen viele Bürger mit negativen Auswirkungen auf ihre Privatsphäre und auf die Sicherheit. Und sie wünschen sich klare Regeln für den Gebrauch der unbemannten Fluggeräte.

Drohnenumfrage 2017

Drohnen bergen nicht nur Chancen. Die steigende Zahl der ferngesteuerten Flugobjekte stellt zunehmend auch eine Sicherheitsherausforderung für den Luftverkehr dar. Ursache dafür ist zumeist der unsachgemäße oder regelwiedrige Betrieb der ferngesteuerten Flugsysteme, denn nicht alle Drohnenbetreiber sind über die geltenden Regeln im Bilde.
Welche Vorschriften gelten, ist abhängig von der Art der Nutzung sowie von Größe und Gewicht des Flugobjektes. Im März hat die Bundesregierung die sogeannte Drohnenverordnung verabschiedet, seit Oktober gilt dieses nationale Regelwerk zum Betrieb unbemannter Fluggeräte nun vollumfänglich.

Der Verband Unbemannte Luftfahrt ist eine gemeinsame Initiative des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) und des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI). Er setzt sich für die nachhaltige und vor allem sichere Erschließung des Marktes für unbemannte Luftfahrtsysteme ein. Eine zentrale Aufgabe des Verbands ist es, neben den Chancen durch den flächendeckenden Einsatz von unbemannten Luftfahrtsystemen auch die damit verbundenen Herausforderungen zu lösen. Unter http://www.verband-unbemannte-luftfahrt.de/ gibt es alle Informationen über Aufgaben des Verbands, Anwendungsfelder für Drohnen und welche Regelungen es bei der Nutzung von unbemannten Flugobjekten gibt.

Seit dem 7. April 2017 gelten in Deutschland folgende Bestimmungen:

Künftig ist für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen unterhalb von 5 kg grundsätzlich keine Erlaubnis mehr erforderlich. Zudem wird das bestehende generelle Betriebsverbot außerhalb der Sichtweite aufgehoben. Landesluftfahrtbehörden können diese Art des Betriebs künftig für Geräte ab 5 kg erlauben.

Betriebsverbot, z.B.

  • über Wohngrundstücken ab 0,25 kg oder wenn das Gerät optische, akustische oder Funksignale übertragen oder aufzeichnen kann
  • in Flughöhen über 100 Metern (Verbot gilt nicht auf Modellfluggeländen oder wenn der Steuerer über einen Kenntnisnachweis verfügt – sofern es sich nicht um einen Multicopter handelt)
  • in und über sensiblen Bereichen, z.B. Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Menschenansammlungen
  • in An- und Abflugbereichen von Flughäfen
  • Die zuständige Behörde kann Ausnahmen von den Verboten zulassen.

Erlaubnispflicht ab 5 kg und Betrieb bei Nacht. Die Erlaubnis wird von den Landesluftfahrtbehörden erteilt.

Seit dem 1. Oktober 2017 gilt außerdem:

  • Kennzeichnungspflicht ab 0,25 kg, z.B. mittels Plaketten mit Namen und Adresse des Eigentümers
  • Kenntnisnachweis ab 2 kg, durch:
  1. gültige Pilotenlizenz oder
  2. Bescheinigung nach Prüfung durch eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Stelle, Mindestalter: 16 Jahre, oder
  3. Bescheinigung nach Einweisung durch einen Luftsportverein (gilt nur für Flugmodelle), Mindestalter 14 Jahre.

Die unter 2. und 3. genannten Bescheinigungen gelten für 5 Jahre.


Die deutsche Drohnenverordnung vom März dieses Jahres war ein erster wichtiger Schritt. Doch die Sicherheitsstandards in der unbemannten Luftfahrt müssen weiter erhöht werden. Der BDL hat eine generelle Position zum Einsatz von Drohnen entwickelt. Die wichtigsten Vorschläge und Forderungen der deutschen Luftverkehrswirtschaft für einen sicheren Betrieb ziviler Drohnen sind:

  • eine Registrierungspflicht,
  • die Sicherheitsaufklärung schon beim Kauf,
  • Verbesserung der Sichtbarkeit und Identifizierbarkeit,
  • sowie ein Flugverbot in bestimmten Lufträumen.

Ziel ist es, die Regeln so zu verstärken, dass der Einsatz von Drohnen den gewerblichen Luftverkehr nicht gefährdet. Nur so lässt sich das große Potenzial der zivilen Nutzung von Drohnen ausschöpfen. Wichtig für den Luftverkehr ist, dass dabei auch international möglichst einheitliche Regelungen geschaffen werden.