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Kennzahlen zum Luftverkehr: April 2021 auf einen Blick

Kennzahlen im Einzelnen:

Verkehrsentwicklung weltweit

Der weltweite Passagierluftverkehr ist im April mit einem Minus von 65 Prozent (gegenüber dem April 2019) fast auf gleichem Niveau wie im Monat März (-67 Prozent). Auch im April ist diese Verbesserung nur auf der Entwicklung in Nordamerika und in Asien zurückzuführen. Die stark durch internationalen Verkehr geprägten Fluggesellschaften in Europa und im Nahen Osten verharren im Monat April deutlich in der Corona-Pandemie und erholen sich nicht.

Der Luftfrachtverkehr entwickelt sich im Vergleich zu 2019 durchgängig positiv, und im April 2021 zieht das Wachstum gegenüber dem März 2021 nochmals deutlich an. Dies betrifft insbesondere die frachtbefördernden Fluggesellschaften aus Europa und weist auf eine Erholung der Wirtschaftslage hin.

Verkehrsentwicklung in Deutschland

Bis auf den Bereich Luftfracht ist die Verkehrsentwicklung im April 2021 vergleichbar zu der verheerenden Lage im Monat März 2021. Gegenüber dem entsprechenden Monat im Jahr 2019 wird auch im April nur ein Niveau von 11 Prozent erreicht. Eine Erholung ist weder im Monatszeitraum noch im kumulierten Zeitraum zu erkennen.

Netzqualität

Im April zeigt sich keine wesentlich verbesserte Netzqualität als im März. Nur die Bedienungsintensität (Verhältnis angebotene Flüge zu angebotenen Strecken) hat sich leicht verbessert.

Preisentwicklung

Im April 2021 sind bei stark abgesenkter Kapazität insbesondere im Verkehr mit europäischen Zielen weiterhin steigende Ticketpreise zu beobachten.

Ausblick

Für die Monate Juni bis August 2021 haben die Fluggesellschaften ihr Angebot sowohl im April als auch im Mai und Juni abgesenkt. Das Absenkungsniveau für den Dreimonats-Zeitraum Juni bis August ist aber im Planungsmonat Juni 2021 nicht mehr so niedrig (-51 Prozent) wie dies noch im letzten Planungsmonat (Mai 2021) für den Zeitraum Mai – Juli war (-59 Prozent). Hier spiegelt sich die Erwartung der Fluggesellschaften wider, dass für den Sommerzeitraum mit einer wachsenden Nachfrage, insbesondere im Europaverkehr, zu rechnen ist.

Kennzahlen zum Luftverkehr: Das 1. Quartal 2021 auf einen Blick

  • Passagierzahlen im Luftverkehr mit Deutschland lagen im 1. Quartal 2021 gegenüber dem 1. Quartal 2019 um 90 Prozent zurück, der Frachtverkehr stieg im selben Zeitraum um 8 Prozent.
  • Umsatzzahlen der deutschen Fluggesellschaften und Flughäfen lagen im 1. Quartal 2021 gegenüber dem 1. Quartal 2019 um 79 Prozent zurück, die Beschäftigtenzahl ging um 4 Prozent zurück.
  • Das Flugnetz ist weiter stark ausgedünnt: Zum Ende des 1. Quartals 2021 wurden gegenüber dem gleichen Zeitraum 2019 insgesamt 747 Strecken weniger bedient, das entspricht einem Rückgang von 61 Prozent.
  • Für den Zeitraum Mai-Juni-Juli nimmt die Kapazität in den Flugplänen der deutschen Flughäfen wieder zu, bleibt aber mit zurzeit gerade einmal 41 Prozent der Kapazität desselben Zeitraums 2019 immer noch auf niedrigem Niveau.

Entwicklung des Luftverkehrs im 1. Quartal

Verkehrsentwicklung in Deutschland

Der Einbruch des Passagierluftverkehrs infolge der Covid-19-Pandemie und der damit verbundenen Reisebeschränkungen zeigte sich weiterhin auch im 1. Quartal 2021: Gegenüber dem 1. Quartal 2019 fehlten den deutschen Flughäfen 90 Prozent und den deutschen Fluggesellschaften 89 Prozent der Passagiere. Die Reisebeschränkungen der dritten Pandemie-Welle haben den Verkehr weitgehend zum Erliegen gebracht. Auch im Vorlauf bis Ostern zeigte sich kaum ein Anstieg der Verkehrsmengen. Für den globalen Luftverkehr sind internationale Vergleichswerte für das 1. Quartal 2021 noch nicht verfügbar.

Entwicklung der Marktanteile

Im Verkehr mit Deutschland ging der Marktanteil der deutschen Fluggesellschaften in den ersten drei Monaten 2021 gegenüber 2020 um insgesamt 4 Prozent zurück. Der Rückgang fand vor allem im Segment der Interkontinentalflüge statt, in dem besonders gravierende Reisebeschränkungen greifen. Im innerdeutschen Verkehr waren hingegen Marktanteilsgewinne zu verzeichnen, die vor allem auf den Rückzug von easyJet aus dem innerdeutschen Markt zurückzuführen sind. Die Marktanteilsverluste im 1. Quartal 2021 sind auch Ergebnis einer restriktiveren Kapazitätssteuerung der deutschen Fluggesellschaften: Es werden nur Flüge durchgeführt, die zumindest die Deckungsbeiträge erwirtschaften.

Umsatz- und Mitarbeiterzahlen

Die anhaltend niedrigen Verkehrszahlen spiegeln sich auch in den wirtschaftlichen Parametern wider: Die Unternehmen der deutschen Luftverkehrswirtschaft verzeichneten im 1. Quartal einen Umsatzrückgang von 79 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2019. Dies hat weitreichende Folgen für das Kostenmanagement, die Personalplanung und die Investitions- und Innovationskraft der Unternehmen. Vor dem Hintergrund des anhaltenden Einbruchs der Verkehrszahlen sind die Unternehmen zu Restrukturierungsmaßnahmen gezwungen, die auch den Abbau von Personal umfassen. Im 1. Quartal 2021 lag die Anzahl der Beschäftigten 4 Prozent unter dem Niveau von 2019. Weitere Einbrüche sind zu befürchten, wenn Kurzarbeiterregelungen auslaufen. In der deutschen Luftverkehrswirtschaft sind nach wie vor rund 70 Prozent der Beschäftigten in Kurzarbeit. In der Spitze waren es im letzten Jahr rund 80 Prozent.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2021

Der internationale Verband der Fluggesellschaften IATA wagt einen Ausblick auf das Gesamtjahr 2021: Nachdem 2020 bei den Fluggesellschaften ein weltweiter EBIT-Verlust von 126 Mrd. USD zu verzeichnen war, werden sich die Ergebnisse laut IATA-Prognose im Jahr 2021 insgesamt etwas erholen, aber in Summe weiter einen hohen Verlust aufweisen (-48 Mrd. USD). Demnach werden die Fluggesellschaften 2021 auf keinem Kontinent wieder profitabel werden. Die IATA prognostiziert, dass beinahe die Hälfte der Verluste im weltweiten Luftverkehr bei den europäischen Fluggesellschaften anfallen wird. Gründe dafür sind der hohe Anteil von internationalem Verkehr und besonders strenge Reisebeschränkungen in Europa.

Norbert Lübben
Leiter Wirtschaft und Statistik
norbert.luebben@bdl.aero
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Ivo Rzegotta
Leiter Strategie und Kommunikation
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