Verbände aus Luftfahrt, Industrie und Tourismus:

Wirtschaft

Die deutschen Spitzenverbände aus Luftfahrt, Industrie und Tourismus sprechen sich gemeinsam dagegen aus, Flüge in den Tagesrandzeiten am neuen Flughafen Berlin–Brandenburg weiter einzuschränken.

Der durch die Genehmigungsbehörde bereits stark eingeschränkte Flugbetrieb von 22 bis 24 Uhr und von 5 bis 6 Uhr ist für die Wirtschaft und Arbeitsplätze in der Region Berlin-Brandenburg unerlässlich,  erklären die Verbände vor der am Dienstag anstehenden Verhandlung des Bundesverwaltungsgerichtes Leipzig über das Lärmschutzkonzept des neuen Flughafens.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL),  das Deutsche Verkehrsforum, der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), sowie der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) und der Flughafenverband ADV weisen auf die zahlreichen Nachteile eines Flugverbotes auch in den Tagesrandzeiten hin.

Der Präsidiumsvorsitzende des Deutschen VerkehrsforumsKlaus-Peter Müller, betont insbesondere die Signalwirkung, die die Entscheidung zum Hauptstadtflughafen für den Verkehrsstandort Deutschland hat: „Wir leisten uns einen enormen Planungsaufwand und sehr lange Vorlaufzeiten beim Ausbau unserer Infrastruktur. Überall werden die letzten Effizienzreserven aus der vorhandenen Kapazität geholt. Die Verkehrswirtschaft erwartet daher, dass neue Flughafeninfrastruktur, die gebaut wird, auch optimal genutzt werden kann.“

BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch macht deutlich, dass der neue Flughafen bereits  lange Ruhezeiten für die Nacht zugesichert habe:   „Der neue Hauptstadtflughafen hat bereits einen Kompromiss akzeptiert und auf Flugverkehr zwischen 0 und 5 Uhr verzichtet.  Bei einem kompletten Nachtflugverbot  würden 18.000   Menschen weniger am Flughafen Arbeit finden. Das wäre ein riesiger Verlust für die Menschen in der Region.“

Dieter SchweerMitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung, ruft dazu auf, kein Risiko für das Wachstum in der Region einzugehen:   „Deutschland braucht leistungsfähige Flughäfen mit wettbewerbsfähigen Betriebszeiten. Wer in Berlin an dem Kompromiss für die Randzeiten rüttelt, gefährdet Wachstum und Jobs in der Region“.

Eine weitere Einschränkung des Flugverkehrs würde sich ebenso negativ auf den Tourismus auswirken,  erklärt BTW-Präsident Klaus Laepple:  „Wenn am Hauptstadtflughafen zwischen 22 und 6 Uhr zwangsweise die Lichter ausgeknipst werden, schadet das dem Image des Tourismusstandorts und Geschäftsreiseziels Deutschland. Ganz besonders der Fortsetzung der touristischen Erfolgsgeschichte Berlins würden mit dieser kurzsichtigen Entscheidung – sowohl im Hinblick auf Privatreisende als auch das Messe- und Kongressgeschäft – Steine in den Weg gelegt.

Auch die künftige Drehkreuzfunktion sei durch ein Flugverbot in den Tagesrandzeiten gefährdet, sagt Ralph Beisel, ADV-Hauptgeschäftsführer: „Der neue Hauptstadtflughafen kann nur dann ein wirtschaftlich bedeutendes Drehkreuz werden, wenn Flugbetrieb in den eng definierten Randzeiten stattfindet. Nur so kann eine Einbindung in die globalen Luftverkehrsnetze erfolgen.“

Die Wettbewerbsfähigkeit des Flugverkehrs von und nach Berlin dürfe nicht in Frage gestellt werden, betont BDF-Geschäftsführer Dr. Michael Engel: „Schon die Beschränkung auf Flüge nur in den Randzeiten bedeutet für die Erreichbarkeit Berlins und die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens eine deutliche Verschlechterung gegenüber heute. Weniger Erreichbarkeit geht nicht, wenn man der Attraktivität des Flughafens, der Wettbewerbsfähigkeit seiner Airlines und der gesamten Hauptstadtregion nicht schweren Schaden zufügen will.“

Carola Scheffler
Pressesprecherin, Leiterin Pressearbeit und Veranstaltungsmanagement
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