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11. Juni 2012
Wirtschaft

Siegloch: „Wir können uns keine Wachstumsbremsen leisten!“

Neue IATA-Prognose zeigt: Deutsche und Europäische Luftfahrt wird international abgehängt

„Die neuen Zahlen der Internationalen Flugtransport-Vereinigung (IATA) machen alarmierend deutlich, wie sehr Deutschland und Europa inzwischen im internationalen Wettbewerb abgehängt werden!“, sagte BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch am Montag in Berlin.

Auf dem IATA-Jahrestreffen in Peking hatte IATA-Generaldirektor Tony Tyler zuvor die Geschäftserwartungen für den Luftverkehr vorgestellt. Die Prognose für die europäische Luftfahrt sei schlechter als die für alle anderen Regionen weltweit. Die europäischen Fluggesellschaften müssen mit Verlusten von 1,1 Milliarden Dollar (ca. 880.000 Millionen Euro) rechnen – die höchsten Verluste weltweit und eine Verschlechterung um 500 Millionen Dollar im Vergleich zur Prognose im Monat März, so Tyler. Grund dafür seien vor allem hohe Steuern, negative staatliche Regulierungen, und die Eurokrise.

Wir können uns keine staatlichen Wachstumsbremsen mehr leisten, wenn wir im internationalen Wettbewerb weiter bestehen wollen!

BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch

„Wir können uns keine staatlichen Wachstumsbremsen mehr leisten, wenn wir im internationalen Wettbewerb weiter bestehen wollen“, kommentierte Siegloch die IATA-Ergebnisse. „Für Deutschland bedeutet das ganz konkret: Weg mit dem giftigen Cocktail an Belastungen, der die Luftfahrt immer mehr erstickt. Weg vor allem mit der Luftverkehrsteuer, die allein den vier großen deutschen Airlines eine Bürde von rund 565 Millionen Euro auflastet“, forderte Siegloch. „Der Luftverkehr ist das Rückgrat unserer international vernetzten Wirtschaft und das bedeutet: Wird sie geschwächt, hat das Folgen für alle Bürgerinnen und Bürger“, sagte der BDL-Präsident.

Siegloch begrüßte Tylers Appell an die EU, ihren Alleingang im Emissionshandel für den Luftverkehr aufzugeben. „Die EU riskiert einen Handelskrieg, bei dem die Europäer nur verlieren und der Klimaschutz wenig gewinnt“, sagte Siegloch. „Hier ist Einigkeit und internationale Zusammenarbeit gefragt – dafür haben wir die Internationale Zivilluftfahrtorganisation!“

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wurde 2010 als gemeinsames Sprachrohr der deutschen Luftverkehrswirtschaft gegründet. Er wird geleitet von Klaus‐Peter Siegloch als Präsident und Matthias von Randow als Hauptgeschäftsführer. Der BDL setzt sich für eine Stärkung des Luftverkehrsstandortes Deutschland ein. Als zentraler Ansprechpartner für Politik, Medien und Öffentlichkeit, bündelt und kommuniziert er die Themen, die von Bedeutung für die Branche sind. Mitglieder des Verbandes sind Fluggesellschaften, Flughäfen, die Deutsche Flugsicherung und die Gebrüder Heinemann als Leistungsanbieter im deutschen Luftverkehr.