„Luftfahrt braucht Landebahn – und politische Unterstützung“

Wirtschaft

„Der Flughafen Frankfurt gehört zu den führenden Luftverkehrsdrehkreuzen der Welt. Die neue Landebahn trägt dazu bei, dies auch für die Zukunft zu sichern“, sagt BDL-Präsident Klaus-Peter Siegloch am Freitag zur Eröffnung der neuen Landebahn am Flughafen Frankfurt. „Genauso nötig ist dafür jetzt die Sicherung bedarfsgerechter Betriebszeiten, mit denen der Flughafen vor allem als Frachtdrehkreuz im harten internationalen Wettbewerb bestehen kann.“

„Die Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes in Kassel, alle Nachtflüge in Frankfurt mit Inbetriebnahme der neuen Bahn vorläufig auszuschließen, hat vor allem den Luftfrachtverkehr aus Frankfurt ohne Vorwarnung auf den Kopf gestellt“, sagt Siegloch. „Auch wenn es den beteiligten Unternehmen zum Teil gelungen ist, ihre Flug-, Personal- und Lieferpläne umzudisponieren, so entstehen Mehrkosten in Millionenhöhe und auch die Umwelt wird durch die nötigen Flugumleitungen zusätzlich belastet. Das ist ökonomisch wie ökologisch unsinnig,“ sagt Siegloch.

„Solche Schwierigkeiten können weder die Fluggesellschaften noch der Flughafen Frankfurt gebrauchen. Gerade heute sollte die Politik alles tun, um die Wettbewerbsfähigkeit des Betriebs an Deutschlands wichtigstem Luftverkehrsdrehkreuz – und auch anderen deutschen Flughäfen – zu sichern. Wenn wir an den deutschen Flughäfen zunehmend die Lichter ausschalten, sieht es bald auch düster für unsere Exportwirtschaft aus, die auf den Luftverkehr und die Luftfracht angewiesen ist“, sagt Siegloch.

Insgesamt 70 Prozent der deutschen Luftfracht wird aus Frankfurt in die ganze Welt verschickt – davon 33 Prozent in der Nacht. Die Luftfracht nach Asien machte 2010 insgesamt 32 Prozent des Gesamtwertes aller deutschen Exporte in diese Region aus. Ebenso lag der Wertanteil der Luftfracht nach Übersee bei über 30 Prozent aller deutschen Exporte über den Atlantik. Neben dem Frachtverkehr sind Nachtflüge auch für den Tourismus besonders wichtig.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wurde 2010 als gemeinsames Sprachrohr der deutschen Luftverkehrswirtschaft gegründet. Er wird geleitet von Klaus-Peter Siegloch als Präsident und Matthias von Randow als Hauptgeschäftsführer. Der BDL setzt sich für eine Stärkung des Luftverkehrsstandortes Deutschland ein. Als zentraler Ansprechpartner für Politik, Medien und Öffentlichkeit, bündelt und kommuniziert er die Themen, die von Bedeutung für die Branche sind. Mitglieder des Verbandes sind Fluggesellschaften, Flughäfen und die Deutsche Flugsicherung.

Carola Scheffler
Pressesprecherin, Leiterin Pressearbeit und Veranstaltungsmanagement
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