EU muss das Klimaschutzabkommen für die Luftfahrt zügig umsetzen

Klimaschutz

Brüssel/Berlin. „Die Luftverkehrswirtschaft unterstützt die Europäische Union, dass jetzt eine zügige  Umsetzung des ICAO-Klimaschutzabkommens erfolgen kann“, betonte Dr. Stefan Schulte, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft, am Mittwoch (09.11.2016) in Brüssel. Auf dem parlamentarischen Abend des BDL in der hessischen Landesvertretung erklärte Schulte weiter:

"Durch das neugeschaffene Klimainstrument kann die EU endlich den wettbewerbsverzerrenden europäischen Emissionshandel abschaffen."

BDL-Präsident Dr. Stefan Schulte

Mit dem Offsetting-System CORSIA (Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation) wird die Luftfahrt ab 2020 für ihre wachstumsbedingten Emissionen eine Klimaschutzabgabe für jeden grenzüberschreitenden Flug zahlen. Mit diesen Mitteln werden weltweit CO2-senkende Vorhaben finanziert, die in entsprechender Größenordnung diese Emissionen ausgleichen. Bisher haben sich bereits 66 Staaten, die zusammen 85 Prozent der weltweiten Verkehrsleistung ausmachen, verpflichtet, an der freiwilligen Anlaufphase von 2021 bis 2023 der Resolution teilzunehmen.

Schulte hob hervor, dass der Erfolg des ICAO-Beschlusses zeige, dass bei regulativen Maßnahmen im Luftverkehr weltweite Lösungen erarbeitet werden können. Nur so lassen sich Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten einzelner vermeiden und gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Marktteilnehmer schaffen. Für Michael Gahler, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorstandsmitglied der CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament, ergibt sich aus dem ICAO-Beschluss nur eine logische Konsequenz: „Die Einführung des Offsetting-Systems CORSIA muss den europäischen Emissionshandel ablösen!“

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wurde 2010 als gemeinsame Interessenvertretung der deutschen Luftverkehrswirtschaft gegründet. Mitglieder des Verbandes sind Fluggesellschaften, Flughäfen, die Deutsche Flugsicherung und weitere Leistungsanbieter im deutschen Luftverkehr. Die Mitgliedsunternehmen beschäftigen mehr als 180.000 Mitarbeiter. Die deutsche Luftverkehrswirtschaft ermöglicht Mobilität für jährlich über 200 Millionen Fluggäste und trägt mit dem Transport von Außenhandelswaren im Wert von über 200 Milliarden Euro zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland bei.

Nils Wigger
Pressereferent
nils.wigger@bdl.aero
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