DE | EN

Streichung der Luftverkehrsteuer schafft 26.000 neue Arbeitsplätze

  • Streichung der Luftverkehrsteuer schafft 26.000 neue Arbeitsplätze
    und steigert das BIP um 67 Milliarden Euro bis 2030
  • PwC-Studie prognostiziert 24,6 Millionen zusätzliche Passagiere und 1,6 Milliarden Euro zusätzliche Tourismuseinnahmen bis 2020.
  • Für jeden Euro Luftverkehrsteuer, auf den der Staat verzichtet, nimmt er durch andere Steuern 1,08 Euro ein. Die Abschaffung würde sich somit selbst finanzieren.
  • Berlin: Die Hauptstadt kann bis 2020 von 4,6 Millionen Passagieren und zusätzlichen Tourismuseinnahmen in Höhe von 300 Millionen Euro profitieren.

Eine Studie zu den wirtschaftlichen Auswirkungen von Ticketsteuern in Europa – von PricewaterhouseCoopers (PwC) im Auftrag von Airlines for Europe (A4E) erstellt – kommt zu dem Ergebnis, dass ein Abbau der deutschen Luftverkehrsteuer eindeutig positive Folgen für den Standort Deutschland hätte. Würde die Steuer Anfang 2018 abgeschafft werden, dann würde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den nächsten dreizehn Jahren um 67 Milliarden Euro (kumulativ) ansteigen – von einem Zuwachs um 3,7 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf bis zu  6,9 Milliarden Euro im Jahr 2030. Insgesamt würden über den gleichen Zeitraum bis zu 26.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

„Die neue Studie stellt eindrucksvoll die negativen Effekte der deutschen Luftverkehrsteuer heraus, die das wirtschaftliche Wachstum schmälert. Staaten, die ihre Ticketsteuern abgeschafft haben, konnten umgehend von einem Passagierzuwachs profitieren und damit ein deutliches Wirtschaftswachstum verzeichnen. Die deutsche Politik kann jetzt nicht weiter die Augen vor der Realität verschließen, wenn einfach offensichtlich ist, welches gesamtwirtschaftliche Potential in einer Abschaffung liegt”, sagte Thomas Reynaert, Geschäftsführer von A4E.

Die Luftverkehrsteuer schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fluggesellschaften und Flughäfen und schadet dem gesamten deutschen Wirtschaftsstandort. Mit der nun anstehenden Regierungsbildung im Bund besteht die Chance, dass sich die zukünftige Koalition endlich auf den Abbau dieser Sonderbelastung verständigt. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen steigern und ihre Investitionskraft für emissionsarme Flotten und guten Service steigern.

„Die Luftverkehrsteuer schwächt die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fluggesellschaften und Flughäfen und schadet dem gesamten deutschen Wirtschaftsstandort. Mit der nun anstehenden Regierungsbildung im Bund besteht die Chance, dass sich die zukünftige Koalition endlich auf den Abbau dieser Sonderbelastung verständigt. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen steigern und ihre Investitionskraft für emissionsarme Flotten und guten Service steigern”, sagte Matthias von Randow, Hauptgeschäftsführer des BDL.

Für das Jahr 2017 geht PwC von Einnahmen aus der Luftverkehrsteuer von über einer Milliarde Euro in Deutschland aus. Der Studie zufolge würde die Abschaffung ein so starkes Wirtschaftswachstum entfalten, dass die Steuerausfälle durch zusätzliche Einnahmen aus indirekten Steuereinnahmen mit 108 Prozent überkompensiert würden. Anders ausgedrückt: Für jeden Euro Luftverkehrsteuer, auf den der Staat verzichtet, nimmt er durch andere Steuern 1,08 Euro ein. Die Abschaffung der Steuer würde sich somit selbst finanzieren.

„Auch der Tourismus in Deutschland würde profitieren. Bis zum Jahr 2020 würde die Abschaffung der Luftverkehrsteuer 24,6 Millionen zusätzliche Passagiere generieren – etwa die Hälfte davon Touristen. Wenn Deutschland für Touristen an Attraktivität gewinnen soll, dann führt an einer Abschaffung kein Weg vorbei“, ergänzte Reynaert.

Die PwC-Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Einnahmen der Tourismusbranche in Deutschland bis zum Jahr 2020 um rund 1,58 Euro Milliarden ansteigen könnten – ca. 79 Prozent des erwarteten Passagierzuwachses würden Privatreisende ausmachen, während 21 Prozent den Geschäftsreisenden zuzurechnen sind.

PwC sieht auch für Berlin große Wachstumspotentiale: In den ersten drei Jahren nach Abschaffung der Luftverkehrsteuer könnte die Hauptstadt einen Passagierzuwachs von 4,6 Millionen Gästen erwarten – dies würde weitere 300 Millionen Euro an Einnahmen in der Spree-Metropole sowie mehrere tausend neue Arbeitsplätze bedeuten.

Erläuterung: Dieser Bericht ist Teil einer umfangreichen Analyse, die von A4E bei PwC in Auftrag gegeben wurde und eine unabhängige Bewertung der Auswirkungen von Ticketsteuern auf die Wirtschaft ermöglicht. Dabei wird ein Allgemeines Gleichgewichtsmodell (CGE) verwendet, das bereits vom IWF, der Weltbank, der OECD und mehreren nationalen Regierungen genutzt wird, um die wirtschaftlichen Auswirkungen von politischen Änderungen zu quantifizieren. Zurzeit werden Ticketsteuern in Österreich, Kroatien, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Italien, Lettland, Luxemburg, Norwegen und Großbritannien erhoben, wobei Deutschland die zweithöchsten Steuereinnahmen ausweist.

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) wurde 2010 als gemeinsame Interessenvertretung der deutschen Luftverkehrswirtschaft gegründet. Mitglieder des Verbandes sind Fluggesellschaften, Flughäfen, die Deutsche Flugsicherung und weitere Leistungsanbieter im deutschen Luftverkehr. Die Mitgliedsunternehmen beschäftigen mehr als 180.000 Mitarbeiter. Die deutsche Luftverkehrswirtschaft ermöglicht Mobilität für jährlich über 200 Millionen Fluggäste und trägt mit dem Transport von Außenhandelswaren im Wert von über 200 Milliarden Euro zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland bei.

Kontakt:
Ivo Rzegotta
Leiter Strategie und Kommunikation
E-Mail:
Telefon: 030-52 00 77-165
Mobil: 0172-37 29 072