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Report Luftfahrt und Wirtschaft 2013

Luftfahrt und Wirtschaft

Luftverkehr verbindet Menschen und Kulturen weltweit. Unternehmen erschließen mit dem Flugzeug neue Märkte auf allen Kontinenten. Flugverbindungen sichern und schaffen somit Beschäftigung auch in Deutschland. Der vorliegende Report liefert Daten und Fakten zu dieser herausragenden volkswirtschaftlichen Bedeutung der Luftfahrt.

Teil A befasst sich mit der Bedeutung des Luftverkehrs für den Wirtschaftsstandort Deutschland (sogenannte katalytische Effekte). Das ifo Institut hat hierzu im Rahmen seiner Umfrage zum Geschäftsklimaindex über 7.000 Unternehmen zum Stellenwert des Luftverkehrs befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wirtschaft. Darüber hinaus zeigt der Report die Bedeutung des Luftverkehrs für Außenhandel und Tourismuswirtschaft auf.

In Teil B bietet der Report volkswirtschaftliche Kennzahlen zum Luftverkehrssektor (sogenannte direkte, und induzierte Effekte). Dargestellt werden die Zahl der Arbeitsplätze an den Flughäfen, bei den Fluggesellschaften, der Flugsicherung und den Flugzeugherstellern sowie Dienstleistern. Auch die Steuerzahlungen des Luftverkehrssektors und ihrer Beschäftigten sowie Zahlungen an die Sozialversicherungen werden hier präsentiert.

ifo Institut: Methode und Herangehensweise

Um die Bedeutung des Luftverkehrs für die deutsche Wirtschaft zu ermitteln, hat das ifo Institut tausende Unternehmen befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Wirtschaft.

Jeden Monat befragt das ifo Institut für den Geschäftsklimaindex über 7.000 Unternehmen aus Industrie, Handel und dem Dienstleistungssektor. Das Institut gewinnt damit in hohem Maße repräsentative Erkenntnisse über die gegenwärtige Lage und die Zukunftsaussichten der Unternehmen in Deutschland. Besondere Bedeutung hat die Umfrage, weil die befragten Unternehmen die Struktur der deutschen Wirtschaft abbilden: Es fließen Antworten von Weltkonzernen bis hin zu Kleinstunternehmen in die Berechnung des Geschäftsklimaindexes mit ein.

Im März 2013 hat das ifo Institut einmalig folgende Zusatzfrage an die Unternehmen gestellt: „Wie wichtig ist für Ihr Unternehmen eine Flugverbindung zu Zielen in (a) Deutschland, (b) Europa, (c) weltweit?“ Die Unternehmen konnten bei (a), (b) und (c) jeweils mit „sehr wichtig“, „wichtig“, „weniger wichtig“ oder „nicht wichtig“ antworten. Es gingen 6.805 Antworten ein. Hieraus konnte das ifo Institut repräsentative Erkenntnisse zur Bedeutung des Luftverkehrs für die deutsche Wirtschaft – insgesamt und differenziert nach Wirtschaftszweigen – gewinnen. Diese sind aufgrund der Größe und der Zusammensetzung der Stichprobe einzigartig.

ifo Institut: Bedeutung des Luftverkehrs für die deutsche Wirtschaft

Die Ergebnisse der ifo-Umfrage belegen einen hohen Stellenwert des Luftverkehrs für die deutsche Wirtschaft. Für 56,2 Prozent der Unternehmen – vom Konzern bis zum Kleinstunternehmen – sind Flugverbindungen zu Zielen in Deutschland, in Europa oder weltweit sehr wichtig oder wichtig.

Die Bedeutung des Luftverkehrs variiert von Branche zu Branche. Eine besonders hohe Relevanz genießt der Luftverkehr für Kernbranchen des Industriestandorts Deutschland, d.h. den Maschinenbau (89,6 Prozent), den Kraftfahrzeugbau (79,6 Prozent) und die chemische Industrie (79,2 Prozent).

Die tatsächliche Bedeutung des Luftverkehrs dürfte allerdings noch höher als 56,2 Prozent liegen, wenn man die gesamte Lieferkette betrachtet. Denn 28,5 Prozent der Unternehmen haben geantwortet, dass für sie Luftverkehr nicht wichtig sei. Im Einzelhandel weist sogar jedes zweite Unternehmen dem Luftverkehr keine Bedeutung für das eigene Geschäftsmodell zu. Doch bei den Herstellern der im Einzelhandel verkauften Waren, zum Beispiel Bekleidung (83,6 Prozent sehr wichtig oder wichtig) und elektronischen Geräten (84,5 Prozent sehr wichtig oder wichtig), ist genau das Gegenteil der Fall: Um Saisonwaren und Elektronikprodukte herzustellen und schnellstmöglich an die Geschäfte auszuliefern, ist Luftverkehr essentiell. Ohne Luftverkehr also keine neue Sommerkollektion und kein neues Smartphone – und somit auch keine Umsätze im Einzelhandel.

Bedeutung von Flugverbindungen zu innerdeutschen Zielen

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts flogen im Jahr 2012 knapp ein Viertel (23 Prozent) aller Passagiere von deutschen Flughäfen zu einem innerdeutschen Ziel. Sie legten dabei pro Flug durchschnittlich 435 Kilometer zurück. Für 40,3 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Flugverbindungen zu innerdeutschen Flughäfen sehr wichtig oder wichtig. Dies gilt insbesondere für Unternehmen aus dem Dienstleistungsbereich wie Film und Fernsehen (75,6 Prozent), Werbung und Marktforschung (68,3 Prozent) sowie Unternehmensberatungen (65,8 Prozent).

Bedeutung von Flugverbindungen zu innereuropäischen Zielen

2012 flogen knapp zwei Drittel (59 Prozent) aller Passagiere von deutschen Flughäfen zu Zielen im europäischen Ausland. Sie legten dabei pro Flug durchschnittlich 1.265 Kilometer zurück. Für 44,5 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind Flugverbindungen zu europäischen Zielen sehr wichtig oder wichtig. Dies gilt gerade für Industrieunternehmen aus der Mineralölverarbeitenden Industrie (84,0 Prozent), aus der Schuh- und Lederindustrie (80,0 Prozent) und aus dem Kraftfahrzeugbau (73,2 Prozent).

Bedeutung von Flugverbindungen zu Zielen weltweit

2012 flog knapp ein Fünftel (18 Prozent) aller Passagiere von deutschen Flughäfen zu einem außereuropäischen Ziel. Sie legten dabei pro Flug durchschnittlich 6.569 Kilometer zurück. Für 33,5 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind diese Flugverbindungen sehr wichtig oder wichtig. Dies gilt insbesondere für exportorientierte Unternehmen aus dem Maschinenbau (85,2 Prozent), aus der pharmazeutischen Industrie (83,1 Prozent) und aus der Elektroindustrie (74,6 Prozent).

ifo Institut: Bedeutung des Luftverkehrs für ausgewählte Branchen

Die deutsche Wirtschaft ist nach dem Konjunktureinbruch von 2008/2009 vergleichsweise schnell auf einen Wachstumspfad zurückgekehrt. Als ein wesentlicher Grund gilt die starke industrielle Basis – Unternehmen, für die der Luftverkehr besonders wichtig ist. Die deutsche Industrie produziert seit Jahrzehnten wettbewerbsfähige Produkte, die Kunden Welt nachfragen. Dabei profitieren die Unternehmen in Deutschland von sehr guten Verkehrsanbindungen, um Geschäftskontakte auf allen Kontinenten pflegen und ihre Produkte vertreiben zu können. Hierfür sind insbesondere auch gute Flugverbindungen unerlässlich. Für 73,6 Prozent der deutschen Industrieunternehmen ist dieser Verkehrsträger sehr wichtig oder wichtig. Die Analyse des ifo Instituts zeigt ein überdurchschnittlich starkes Wachstum von Wirtschaftssektoren, die dem Luftverkehr eine hohe Bedeutung beimessen.

Maschinenbau

Seit 2003 ist der Umsatz des deutschen Maschinenbaus inflationsbereinigt mit 49 Prozent deutlich stärker gewachsen als das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 13 Prozent. Die Unternehmen beschäftigen insgesamt 971.000 Mitarbeiter in Deutschland. Nach Angaben des Verbands Deutscher Maschinen und Anlagenbau (VDMA) exportiert der deutsche Maschinenbau drei Viertel seiner Produkte. Damit verknüpft sind oftmals Serviceleistungen, die Flugreisen von Ingenieuren und Facharbeitern zu den Kunden erfordern. Top-Abnehmerländer waren im Jahr 2012 China und die Vereinigten Staaten. Für 89,6 Prozent der vom ifo Institut befragten Unternehmen aus dem Maschinenbau ist Luftverkehr sehr wichtig oder wichtig.

Kraftfahrzeugbau

Seit 2003 ist der Fahrzeugbau mit 35 Prozent stärker gewachsen als die deutsche Gesamtwirtschaft. Die deutsche Automobilindustrie beschäftigt hierzulande 742.000 Menschen. Nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) betrug im Jahr 2012 die Exportquote 76,7 Prozent. Demnach hat die Branche von 5,4 Millionen in Deutschland produzierten PKWs 4,1 Millionen PKWs in alle Welt verkauft. Für 79,6 Prozent der vom ifo Institut befragten Unternehmen aus dem Fahrzeugbau ist Luftverkehr sehr wichtig oder wichtig.

Pharmazeutische Industrie

Seit 2003 ist die pharmazeutische Industrie mit 37 Prozent stärker gewachsen als die Gesamtwirtschaft. Die Branche bietet derzeit 110.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Nach Angaben des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) führten die Unternehmen 2012 Erzeugnisse im Wert von über 54 Milliarden Euro aus. Für 85,9 Prozent der vom ifo Institut befragten Unternehmen aus der pharmazeutischen Industrie ist Luftverkehr sehr wichtig oder wichtig. Durch seine hohe Bedeutung für Schlüsselbranchen des Wirtschaftsstandorts Deutschland nimmt der Luftverkehr gleichzeitig auch für deren Zuliefer- und Dienstleisterbranchen samt Mitarbeitern eine sehr wichtige Rolle ein. Fluggesellschaften und Flughäfen haben somit erheblichen Anteil daran, dass Wertschöpfung und Millionen von Arbeitsplätzen in exportorientierten Unternehmen in Deutschland geschaffen und gesichert werden.

Bedeutung des Luftverkehrs für den Außenhandel

Deutschland importierte und exportierte im Jahr 2012 Waren im Wert von über 2.000 Milliarden Euro. Dies entspricht drei Viertel des deutschen Bruttoinlandsprodukts. Dabei spielt die Luftfracht eine wichtige Rolle – gerade im Außenhandel mit Ländern außerhalb Europas.

Unternehmen und Spediteure versenden mit dem Flugzeug von und nach Deutschland insbesondere hochwertige Waren, zum Beispiel High-Tech-Produkte, Maschinen und Fahrzeugteile, sowie zeit- und temperatursensible Güter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts transportierten Fracht- und Passagierflugzeuge im Jahr 2012 Außenhandelswaren im Wert von 204 Milliarden Euro. Dies entspricht 10,2 Prozent der Im- und Exporte Deutschlands.

Der Vorteil der Luftfracht – schneller und sicherer Transport über weite Strecken – kommt insbesondere im Außenhandel mit Ländern in Übersee (Amerika, Asien, Afrika, Australien und Ozeanien) zum Tragen. Der wertmäßige Anteil der per Luftfracht transportierten Ausfuhren an den Gesamtexporten in diese Regionen betrug zwischen 2007– 2012 im Schnitt 30,0 Prozent. Bei den Importen lag dieser Anteil bei 25,8 Prozent.

Diese Zahlen berücksichtigen nur den ausgewiesenen Wert der per Luftfracht transportierten Waren. Der volkswirtschaftliche Wert kann deutlich darüber liegen: Ein Mikroschalter kann beispielsweise nur wenige Euro kosten; wenn ohne schnellen Transport auf dem Luftweg aber eine ganze Produktionslinie ausfiele, würde sein tatsächlicher Wert schnell im Millionenbereich liegen.

Betrachtet man den Außenhandel in Tonnen, transportieren Flugzeuge mit 0,3 Prozent von allen Verkehrsträgern den geringsten Anteil an Waren. Mit einem Wert von 70.669 Euro war im Jahr 2012 aber jede per Flugzeug transportierte Tonne für den deutschen Außenhandel 25 mal wertvoller als eine beförderte Tonne im Straßenverkehr (2.835 Euro), 37 mal wertvoller als eine beförderte Tonne im Seeverkehr (1.896 Euro) und sogar 60 mal wertvoller als eine beförderte Tonne im Eisenbahnverkehr (1.182 Euro).

Luftfracht wird keineswegs nur in speziellen Frachtflugzeugen transportiert: Die Hälfte der Luftfracht wird in den Unterdecks von Passagiermaschinen als sogenannte Belly-Fracht befördert. Daher sind wichtige Passagierdrehkreuze wie Frankfurt am Main (48 Prozent des Luftfrachtaufkommens in Deutschland) und München (sieben Prozent) gleichzeitig auch wichtige Frachtstandorte.

Insbesondere an den Flughäfen Leipzig/Halle (20 Prozent des Luftfrachtaufkommens in Deutschland) und Köln/Bonn (17 Prozent) werden Expresslieferungen umgeschlagen. Dies geschieht zu großen Teilen in der Nacht. Nur so können Kunden die Expresssendungen bereits am Folgetag in den Händen halten.

Bedeutung des Luftverkehrs für den Tourismus

Das Flugzeug ist das meistgenutzte Verkehrsmittel für Reisen aus Deutschland in alle Welt (Outgoing) und für Reisen aus aller Welt nach Deutschland (Incoming). Luftverkehr trägt somit entscheidend zur individuellen Mobilität bei und sichert Arbeitsplätze in der Tourismuswirtschaft.

Wer ins Ausland reist, sei es aus privaten, sei es aus beruflichen Gründen, für den ist das Flugzeug das Verkehrsmittel erster Wahl.

Outgoing Tourismus

Im Jahr 2012 wurden nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 49 Prozent aller privaten oder geschäftlichen Reisen aus Deutschland nach Europa oder zu Zielen weltweit mit dem Flugzeug unternommen, 37 Prozent mit dem Auto, sieben Prozent mit dem Bus und fünf Prozent mit dem Zug.

Am Beispiel der längeren Urlaubsreisen (fünf Tage oder länger) zeigt sich, dass das Flugzeug in den meisten Fällen das attraktivste Verkehrsmittel ist. 2012 unternahmen deutsche Urlauber laut FUR- Reiseanalyse insgesamt 25,5 Millionen Flugreisen – insbesondere nach Spanien (8,0 Millionen), die Türkei (4,7 Millionen) und die USA (1,2 Millionen). Unter den TOP 10-Zielen befinden sich vier außerhalb Europas.
Von den sechs europäischen Zielen in dieser Gruppe ist keines ein direktes Nachbarland von Deutschland.

Incoming Tourismus

Auch ausländische Gäste nutzen vorwiegend das Flugzeug für ihre privat oder geschäftlich bedingte Reise nach Deutschland: 51 Prozent der Gäste gaben dies in einer Befragung der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) und der Europäischen Reiseversicherung (ERV) 2011/2012 an. 42 Prozent waren mit dem Auto eingereist, vier Prozent mit dem Zug und drei Prozent mit dem Reisebus.

Beschäftigungswirkung des Incoming Tourismus

Die Ausgaben der mit dem Flugzeug nach Deutschland einreisenden ausländischen Gäste sichern hierzulande die Arbeitsplätze von 367.900 Menschen, zum Beispiel in der Gastronomie und dem Beherbergungsgewerbe. Dies ergibt eine Berechnung für den BDL von Professor Dr. Richard Klophaus vom Zentrum für Recht und Wirtschaft des Luftverkehrs (ZfL) für das Jahr 2012. Er hat hierfür Angaben der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen (UNWTO) zu den Ausgaben ausländischer Gäste in Deutschland (ohne Kosten für Verkehrsmittel), Befragungen zur Verkehrsträgerwahl sowie Erkenntnisse über die Ausgabenstruktur von ausländischen Touristenverwendet.

Arbeitsplätze und Wertschöpfung im Luftverkehrssektor

Zentrale Wachstumsbranchen der deutschen Wirtschaft sind auf den Luftverkehr angewiesen, wie die Umfrage des ifo Instituts in Teil A zeigt. Aber der Luftverkehrssektor ist auch für sich gesehen bedeutend – er bietet hunderttausende Arbeitsplätze und trägt in Milliardenhöhe zur Wertschöpfung in Deutschland bei.

Im Jahr 2012 sicherten die Unternehmen der Luftverkehrswirtschaft direkt, indirekt und induziert die Beschäftigung von 823.100 Menschen in Deutschland. Ihr Beitrag zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) belief sich auf 57,2 Milliarden Euro. Das entspricht 2,2 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung in Deutschland.

Direkt an Flughäfen, bei Fluggesellschaften und der Flugsicherung sowie in der zivilen Luftverkehrsindustrie waren 324.500 Menschen beschäftigt.

Indirekt, also bei Zulieferbetrieben wie der Bauwirtschaft und der Nahrungsmittelindustrie, sicherten Aufträge Luftverkehrswirtschaft und -industrie die Beschäftigung von 352.700 Menschen.

Die Konsumausgaben der direkt und indirekt Beschäftigten – ob für Lebensmittel, Kleidung oder langlebige Gebrauchsgüter – sicherten wiederum die Beschäftigung von 145.900 Menschen.

  • Die Zahl der direkt in DeutschlandBeschäftigten basiert auf Erhebungen der Branchenverbände bei den Mitgliedsunternehmen. Doppelzählungen wurden ausgeschlossen. Die Berechnung der indirekten und induzierten Effekte hat Professor Dr. Richard Klophaus (ZfL) mittels sog. Input-Output-Analyse und Daten des Statistischen Bundesamts berechnet.

Der Arbeitsmarkt Luftfahrt bietet Arbeitsplätze für unterschiedlichste Qualifikationsniveaus vom Reinigungsjob am Flughafen bis hin zu Tätigkeiten als Pilot, Fluglotse oder Ingenieur. Am Beispiel des Flughafens München lässt sich die große Bedeutung von Flughäfen für die regionalen Arbeitsmärkte verdeutlichen.

  • Seit 1994 hat sich die Erwerbstätigenzahl am Flughafen von 15.455 auf 32.250 in 2012 mehr als verdoppelt (+109 Prozent).
  • Es sind im gleichen Zeitraum mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse geschaffen worden (+ 129 Prozent) als im Landes- (+ 16 Prozent) und Bundesschnitt (+ zwei Prozent).
  • Die Beschäftigten kommen größtenteils aus den Landkreisen des gesamten Freistaats Bayern, sind zum Teil aber auch außerhalb Bayerns wohnhaft.
  • Das Durchschnittsbruttogehalt liegt mit 42.965 Euro über dem Bundesschnitt im Dienstleistungssektor in Höhe von 33.018 Euro.
  • Der Anteil der geringfügig Beschäftigten liegt mit fünf Prozent weit unter dem Bundesschnitt in Höhe von 15 Prozent.

Beiträge des Luftverkehrssektors zum Steuer- und Sozialversicherungsaufkommen

Die Unternehmen des Luftverkehrs und deren Mitarbeiter zahlen Steuer- und Sozialversicherungsabgaben in Milliardenhöhe. Davon profitieren Gemeinden, Länder, der Bund sowie das Sozialversicherungssystem in Deutschland.

2012 sicherte der Luftverkehrssektor Steuereinnahmen in Höhe von 14,0 Milliarden Euro. Hinzu kommen Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von 9,1 Milliarden Euro.

Die fiskalischen und regulativen Rahmenbedingungen sind ein entscheidender Parameter für die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland. Luftverkehr findet zu rund 80 Prozent grenzüberschreitend statt. Deutsche Fluggesellschaften und Flughäfen stehen hierbei in starker Konkurrenz zu Fluggesellschaften und Flughäfen im Ausland. Bereits kleinste Unterschiede in den fiskalischen und regulativen Rahmenbedingungen können den internationalen Wettbewerb stark beeinflussen – wie beim nationalen Alleingang mit der Luftverkehrsteuer zum Nachteil deutscher Unternehmen geschehen.

Zur Methode

  • Das Zentrum für Recht und Wirtschaft des Luftverkehrs (ZfL) hat aufbauend auf den Wertschöpfungseffekten des Luftverkehrs (direkt, indirekt und induziert) sowie mit Daten des Statistischen Bundesamts über die Struktur der Steuern und Sozialversicherungsbeiträge in Deutschland den fi skalischen Beitrag berechnet.

PDF des Reports Luftfahrt und Wirtschaft 2013 (1,7 MB)

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