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Wie sicher war Luftverkehr im Jahr 2016?

Flugzeughersteller, Fluggesellschaften, Flughäfen und Flugsicherung arbeiten fortwährend daran,das hohe Sicherheitsniveau im Luftverkehr weiter zu erhöhen. Das zahlt sich aus, wie die Statistik zeigt: Trotz stark wachsendem Passagieraufkommen geht die ohnehin geringe Zahl der tödlich Verunglückten weiter zurück. 2016 gehört zu den sichersten Jahren der Luftfahrtgeschichte.

Im Jahr 2016 gab es in der zivilen Luftfahrt weltweit insgesamt 19 Unglücke, bei denen Todesopfer zu beklagen waren. Die schwersten Flugzeugunfälle ereigneten sich in Nepal, Russland, Ägypten, Kolumbien und in Pakistan. Die Unglücksursachen reichten von schlechten Witterungsverhältnissen bis zu einem Brand an Bord. In Dubai stürzte ein voll besetztes Großraumflugzeug bei der Landung aus geringer Höhe ab. Alle Passagiere wurden sicher aus der brennenden Maschine evakuiert, allerdings starb bei dem Rettungseinsatz ein Feuerwehrmann.

Nach Angaben der unabhängigen Analysten des Aviation Safety Network kamen 2016 weltweit 325 Fluggäste und Crewmitglieder bei Flugzeugunglücken ums Leben, davon 288 bei Passagierflügen und und 37 bei Fracht-, Forschungs- und Löschflügen. Dennoch: Während die Zahl der Passagiere immer weiter ansteigt, sinkt die geringe Zahl der Verunglückten kontinuierlich. Das zeigen die Zahlen der UN-Luftfahrtorganisation ICAO und des Aviation Safety Network, das eine unabhängige Datenbank zu Flugzeugunfällen und deren Ursachen betreibt.

Die Fluggesellschaften beförderten im Jahr 2016 weltweit ca. 3,7 Mrd. Passagiere, das sind fast 12-mal so viele Fluggäste wie im Jahr 1970. Während sich das Passagieraufkommen vervielfacht hat, ist die Zahl der Todesfälle in der zivilen Luftfahrt deutlich gesunken. Die statistische Wahrscheinlichkeit, bei einem Unglück mit einem Passagierflugzeug ums Leben zu kommen, lag im Durchschnitt der 70er-Jahre bei 1 zu 264.000, im vergangenen Jahr bei 1 zu 12.847.000. Fliegen war im Jahr 2016 also etwa 49-mal sicherer als in den 70er-Jahren.

Die Sicherheitsstatistik der letzten Jahre zeigt, dass die Passagiere im europäischen und im nordamerikanischen Luftraum am sichersten unterwegs sind. Die meisten Unglücke ereignen sich nach wie vor in Afrika, Teilen Asiens und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).

Sicherheit ist höchstes Gut

Sicherheit hat für alle am Luftverkehr Beteiligten absolute Priorität. Das gilt sowohl für Sicherheit im eigentlichen Flugbetrieb (Safety) als auch für die Abwehr von gezielten äußeren Gefahren wie Terroranschlägen oder dem Missbrauch von zivilen Drohnen (Security). Die Flugzeughersteller und die Luftverkehrswirtschaft tun in enger Kooperation mit Behörden und mit der Politik alles dafür, dass das Fliegen sicher bleibt.

Das gelingt einerseits durch die Verbesserung der Flugzeugtechnik, welche Flugzeuge weniger anfällig gegenüber Störungen macht, sowie andererseits durch die Weiterentwicklung der Flughafeninfrastruktur, durch modernste Luftraumüberwachung und durch zuverlässige Technik bei den Passagier-, Gepäck- und Frachtkontrollen. Dabei werden technische Innovationen ergänzt durch ein dichtes Netz an bewährten internationalen Sicherheitsstandards, etwa für die Zulassung von Flugzeugen und für die Ausbildung des Personals.

Zur Sicherheitskultur im Luftverkehr gehört auch die Überzeugung, dass man in punkto Sicherheit niemals ausgelernt hat. In der Luftfahrt werden jedes Unglück, jeder Beinaheunfall und jede Unregelmäßigkeit genauestens untersucht. Insofern gilt: Jedes größere Flugzeugunglück hat den Luftverkehr anschließend ein Stück sicherer gemacht, weil aus Katastrophen der Vergangenheit Konsequenzen gezogen wurden.

Verbesserungen 2016

Auch im vergangenen Jahr haben Luftfahrt, Politik und Behörden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit im Luftverkehr weiter zu verbessern:

  • Der deutsche und der europäische Gesetzgeber haben damit begonnen, Betriebsregelungen für die sichere Nutzung von zivilen Drohnen auf den Weg zu bringen.
  • Als Folge des Germanwings-Unglücks im März 2015 wurden die flugmedizinische Aufsicht und Anlaufstellen für Besatzungsmitglieder mit psychischen Problemen gestärkt. Es wurden auch Regelungen zu stichprobenartigen Alkohol-, Drogen- und Medikamentenkontrollen bei Piloten erlassen.
  • Die deutschen Fluggesellschaften haben Vorsorge gegen Brände an Bord getroffen: Das Mitführen des entzündlichen Smartphones Samsung Galaxy Note 7 ist an Bord nicht mehr gestattet.
  • Nach einem Beschluss der ICAO dürfen Lithium-Ionen-Akkus, die in vielen Smartphones und Laptops verbaut sind, aus Brandschutzgründen nicht mehr per Luftfracht in Passagierflugzeugen transportiert werden.
  • Um Gefahren aus dem Überflug von Krisengebieten weiter zu minimieren, wurden im ständigen Krisenstab des Auswärtigen Amtes zwei Luftfahrtspezialisten fest installiert.
  • Zudem wurden Bundesinnen- und Bundesverkehrsministerium im Luftsicherheitsgesetz ermächtigt, den deutschen Fluggesellschaften auch außerhalb des deutschen Staatsgebiets Einflug-, Überflugund Startverbote zu aufzuerlegen. Das ist eine Folge des Abschusses eines Großraumflugzeugs über dem Staatsgebiet der Ukraine im Juli 2014.

Was denken die Deutschen?

Das sehr hohe Sicherheitsniveau im Luftverkehr ist den Menschen in Deutschland bewusst. Das zeigen repräsentative Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen: Auf die Frage, welches Verkehrsmittel im Großen und Ganzen am sichersten ist, entscheiden sich konstant über die Hälfte der Befragten für das Flugzeug. Im Jahr 2016 sagten das 57 Prozent.

Eine besonders wichtige Rolle bei der sicheren Abwicklung des Luftverkehrs spielen die Fluglotsen. Sie sind für die sichere Navigation der Flugzeuge im Luftraum zuständig. Die Deutschen fühlen sich bei den Fluglotsen in guten Händen: Neun von zehn Befragten haben großes oder sehr großes Vertrauen in die deutschen Fluglotsen.

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