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Zivile Drohnen

Unbemannte Flugsysteme werden zunehmend auch für zivile Zwecke eingesetzt. Dies wirft Fragen nach dem wirtschaftlichen Nutzen, der gesellschaftlichen Akzeptanz aber auch nach möglichen Problemen auf. Eine aktuelle Umfrage gibt Aufschluss darüber, wie die Menschen in Deutschland die Chancen und Risiken einschätzen. Was sagen die Bürger und was sind die Vorschläge des BDL für staatliches Handeln?

Unbemannte Flugsysteme, umgangssprachlich Drohnen genannt, werden zunehmend auch für zivile Zwecke eingesetzt – von öffentlichen Institutionen, von kommerziellen Anbietern wie auch von Privatpersonen. Heute kann sich jeder für vergleichsweise wenig Geld eine Drohne kaufen, von denen sich manche scheinbar kinderleicht mit dem Smartphone steuern lassen.

Offizielle Verkaufszahlen für den deutschen Markt gibt es nicht. Nach einer Hochrechnung der Deutschen Flugsicherung (DFS) werden hierzulande allein in 2016 rund 400.000 Dohnen verkauft.

Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zeigt: Die Menschen in Deutschland sehen den Einsatz von Drohnen mit gemischten Gefühlen.

Grundsätzlich halten sie den Drohnenbetrieb in bestimmten Anwendungsbereichen für sinnvoll. Die Menschen begrüßen den Einsatz von Drohnen insbesondere in der Katastrophenhilfe, für die Wartung von technischen Anlagen, für die Landwirtschaft und für die Überwachung der Sicherheit, sei es im öffentlichen Raum oder bei wichtigen Industrie- und Infrastrukturanlagen.

Die Menschen befürworten den Einsatz von zivilen Drohnen also vor allem in solchen Anwendungsbereichen, die weit entfernt sind von ihrem eigenen Alltag. Die zunehmende Zahl von Drohnen im Besitz von öffentlichen, kommerziellen und privaten Nutzern lässt die Menschen aber nicht nur Chancen, sondern auch mögliche Probleme sehen. Auch dazu hat das Umfrageinstitut Einschätzungen der Bevölkerung erhoben, die auf der Folgeseite aufbereitet sind.

Mögliche Probleme

Besonders hoch schätzen die Bürger die Wahrscheinlichkeit ein, dass zivile Drohnen ihre Privatsphäre stören können. 84 Prozent der Befragten befürchten das. Groß sind auch die Bedenken bezüglich der Sicherheit des Drohnenbetriebs: Jeweils 77 Prozent der Befragten halten es für wahrscheinlich, dass Drohnen für kriminelle Taten wie zum Beispiel Schmuggel sowie für gezielte Terroranschläge missbraucht werden können. Sach- und Personenschäden durch Kollisionen oder Abstürze von zivilen Drohnen halten 76 Prozent der Bürger für eine Gefahr.

Speziell im Hinblick auf die Gefährdung des zivilen Luftverkehrs durch Drohnen sehen die Bürger ebenfalls ein Problem: 60 Prozent der Menschen meinen, dass Drohnen im deutschen Luftraum ein Sicherheitsrisiko für Passagier- und Frachtflugzeuge darstellen können, lediglich 31 Prozent halten das für eher unwahrscheinlich.

Dies hat Auswirkungen auf die Akzeptanz ziviler Drohnen: Jene Menschen, die Drohnen für eine mögliche Gefahr für den Flugbetrieb halten, lehnen die Nutzung von unbemannten Flugsystemen zu 61 Prozent ab.

Handlungsbedarf beim Staat

Die Bundesregierung und die Europäische Kommission arbeiten an neuen Regeln für den Betrieb von zivilen Drohnen. Damit liegen sie richtig: 77 Prozent der Bürger wünschen sich, dass der Staat zusätzliche Maßnahmen ergreift, um den zivilen Luftverkehr vor Drohnen zu schützen.

Unter dem Dach des BDL haben Flughäfen, Fluggesellschaften und die Deutsche Flugsicherung Anforderungen formuliert, wie Drohnen sicher zu betreiben sind, damit andere Teilnehmer am Luftverkehr nicht gefährdet werden.

Das Positionspapier der deutschen Luftverkehrswirtschaft zu Chancen und Risiken von zivilen Drohnen finden Sie hier. Zu einigen  unserer BDL-Positionen wurden die Bürger ebenfalls befragt. Die Menschen in Deutschland stimmen jeweils mit großer Mehrheit den  nachfolgenden Vorschlägen zu:

An der YouGov-Umfrage zwischen dem 13. und 15. Juli 2016 nahmen 2.021 Personen teil. Die ausführlichen Ergebnisse finden Sie hier.

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