Emissionshandel

Emissionshandel im Luftverkehr: Ja, aber nur, wenn alle mitmachen!

In Europa wurde vor ein paar Jahren der Emissionshandel für Kraftwerke eingeführt. Damit möchte die EU die Ziele, die sie sich im Klimaschutz gesetzt hat, erreichen. Für jede von einem Kraftwerk ausgestoßene Tonne CO2 muss ein Zertifikat gekauft werden. Ein Zertifikat kostet zurzeit ca. 4 Euro. Das bedeutet, dass ein Unternehmen für eine Anlage mit sehr wenig Schadstoffen weniger sog. Emissionszertifikate kaufen muss als Unternehmen mit Anlagen, die viel CO2 ausstoßen. So werden die Unternehmen belohnt, die schon viel für den Klimaschutz getan haben, weil sie weniger Zertifikate kaufen müssen. Die anderen Unternehmen werden dadurch animiert, in klimafreundliche Technologien und Verfahren zu investieren, damit sie in Zukunft auch weniger Emissionszertifikate kaufen müssen. Auch wenn 4 Euro pro Zertifikat nicht viel klingen, so summieren sich die Kosten für Emissionszertifikate im Laufe des Jahres für viele Unternehmen auf mehrere hundert Millionen Euro.

Seit Januar 2012 ist auch der Luftverkehr in diesen Handel mit einbezogen. Das betrifft jede Airline, die in Europa startet oder landet. Jetzt müssen auch Fluggesellschaften für ihre ausgestoßenen Emissionen Zertifikate kaufen. Jeder Airline steht dabei eine Freimenge an Emissionen zu. Für alles, was über diese Freimenge an Emissionen hinausgeht, müssen Zertifikate dazugekauft werden. Damit hat jede Fluggesellschaft einen Anreiz, beispielsweise möglichst treibstoffsparende Flugzeuge einzusetzen. Durch diese Flugzeuge kann sie nämlich wieder Geld beim Emissionshandel einsparen. Bei Einführung des Emissionshandelssystems für den Luftverkehr in Europa hat sich gezeigt, dass viele Staaten, darunter auch die USA, China, Russland und Indien, den europäischen Emissionshandel ablehnen. Diese Länder kritisieren das europäische System weil sie einen Eingriff in ihre eigene staatliche Souveränität sehen. Dieser Widerstand ist auch dadurch begründet, dass auf internationaler Ebene bei der UN-Luftfahrtbehörde ICAO zurzeit Maßnahmen zum Klimaschutz diskutiert werden. Um die Einigung auf internationaler Ebene nicht zu gefährden, hat die europäische Kommission den Emissionshandel zunächst für ein Jahr auf die Flüge beschränkt, die in Europa starten und landen. Sollte die ICAO jedoch am Ende des Jahres keine Lösung vorlegen, dann gilt der Emissionshandel wieder für alle Flüge ab und nach Europa.

Die deutschen Fluggesellschaften unterstützen den Emissionshandel. Aber bei der Umsetzung müssen einige Dinge beachtet werden:

  • Man muss sich immer vor Augen halten, dass es schon in der Natur der Sache liegt, dass beim Fliegen Grenzen überschritten werden. Und natürlich sollte dann auch der Emissionshandel keinen Halt vor Landesgrenzen oder Kontinenten machen.
  • Fluggesellschaften stehen in einem hartem Wettbewerb miteinander. Wenn man nun ein System wie den Emissionshandel auf den europäischen Raum begrenzt, dann benachteiligt man die Fluggesellschaften, die überwiegend in Europa fliegen. Sie müssen aufgrund des Emissionshandels Zusatzkosten schultern die Ihr Unternehmensergebnis belasten; die globalen Wettbewerber kämen kostenfrei davon.  und könnten auf Routen von und nach Europa günstigere Tickets anbieten.
  • Im internationalen Wettbewerb muss man zwingend gleiche Bedingungen für alle schaffen. Daher ist die Einbeziehung von sog. Drittstaaten (also Staaten außerhalb Europas) in den Emissionshandel zwingend erforderlich, um gleiche Voraussetzungen für alle zu gewährleisten.

Die Position des BDL:

Die deutsche Luftverkehrswirtschaft hat sich stets zum Emissionshandel bekannt und dessen Einführung konstruktiv unterstützt. Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft hat die Bundesregierung jedoch dazu aufgefordert, sich auf europäischer Ebene für eine wettbewerbsneutrale Ausgestaltung des EU-Emissionshandels einzusetzen und auf internationaler Ebene darauf hinzuwirken, Rahmenbedingungen für eine globale Lösung zu finden.

Interaktive  ETS-Karte

Viele Staaten haben sich mittlerweile auf den Weg gemacht und Emissionshandelssysteme eingeführt. Diese Staaten haben sich in der “International Carbon Action Partnership (ICAP)zusammengeschlossen. Sie stellen im Internet eine immer aktuelle Übersicht zur Verfügung, auf der man Einzelheiten zu den verschiedenen Systemen erhält. Mit einem Klick auf den Link gelangen Sie auf die entsprechende Homepage mit der interaktiven Karte. http://www.icapcarbonaction.com/index.php?option=com_wrapper&view=wrapper&Itemid=147

http://www.icapcarbonaction.com/index.php?option=com_wrapper&view=wrapper&Itemid=147