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Umwelt

Auch wenn es in der Öffentlichkeit oft wenig bekannt ist: Die deutsche Luftfahrt gehört zu den Vorreitern in Sachen Energieeffizienz. Denn keine andere Branche hat ihren Treibstoffverbrauch pro Passagier in den vergangenen Jahren so verbessert wie die Luftfahrt. Deutschlands moderne Luftflotte verbraucht heute durchschnittlich weniger als vier Liter Kerosin pro 100 Kilometer und Passagier. Das sind 42 Prozent weniger Treibstoff als noch 1990.

Kerosinverbrauch Luftfahrt

Durchschnittlicher Verbrauch der deutschen Flotte: 3,68 (33,7 KB)

Und noch eines unterscheidet die deutschen Fluggesellschaften von anderen Verkehrsträgern: Für ihr Engagement ist kein Druck von außen nötig. Kerosin macht inzwischen bis zu einem Drittel der Betriebskosten aus. Es ist daher im ureigenen Interesse der Fluggesellschaften, nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch sinnvoll zu handeln. Deswegen hat sich die Luftfahrt auch gleich das nächste Ziel gesteckt: Bis 2020 will sie die Energieeffizienz jedes Jahr um weitere 1,5 Prozent steigern.

Weiterführende Information

Energieeffizienzreport 2014


Fragen an die Luftfahrt:

Wenn immer mehr Menschen fliegen, wie soll dann die CO2- Belastung in den nächsten Jahren sinken?

Seit 1990 hat die Luftfahrt den durchschnittlichen Treibstoffverbrauch bereits um 42 Prozent reduziert. Der Schlüssel auch für die Zukunft ist, dass alle Ressourcen so effizient wie möglich genutzt werden. Das heißt konkret:

  • Moderne, leichtere Flotten mit treibstoffsparenden Triebwerken einzusetzen,
  • größere Flugzeuge statt mehr Flüge anzubieten,
  • Flugzeuge noch besser auszulasten
  • und Arbeitsabläufe der Fluglotsen und des Bodenpersonals immer weiter zu verbessern.

Die Luftfahrt braucht übrigens gar keinen Anreiz von außen, um sich um dieses Thema zu kümmern. Wenn man weiß, dass allein das Kerosin rund ein Drittel aller Kosten einer Fluggesellschaft ausmacht, dann versteht man, dass es im eigenen Interesse der Airlines ist, den Kerosinverbrauch stetig zu verringern.

Mehr Informationen finden Sie im Energieeffizienz-Report 2014.

Müsste man nicht, um die Umwelt zu schonen, alle Flüge, die kürzer als 400 Kilometer sind, verbieten oder zumindest mit einer Strafsteuer sehr teuer machen?

Flugstrecken unter 400 Kilometer sind selten. Der Anteil des innerdeutschen Luftverkehrs an den gesamten CO2-Emissionen in Deutschland lag im Jahr 2012 bei 0,23 Prozent. Den Fluggesellschaften ist es gelungen, diesen kleinen Anteil im Vergleich zu 1990 um 18 Prozent auf 1,88 Millionen Tonnen CO2 zu senken, obwohl der innerdeutsche Luftverkehr im selben Zeitraum um 63 Prozent gewachsen ist.

CO2 Emissionen innerdeutscher Luftverkehr

CO2-Emissionen und Verkehrswachstum von 1190-2012 (22,3 KB)

Mehr Informationen finden Sie im Energieeffizienz-Report 2014.

Verbrauchen deutsche Fluggesellschaften wirklich nur 4-Liter Treibstoff pro Passagier auf 100 Kilometer und schneiden damit besser ab, als die Automobilbranche?

Der 4-Liter-Wert ist ein Wert, der für alle Flugzeuge der BDL-Mitglieder inklusive ihrer Tochtergesellschaften gemittelt über alle Strecken errechnet wurde.

Die im BDL organisierten Fluggesellschaften sind zum Beispiel im Jahr 2013 auf allen In- und Auslandsflügen insgesamt 297.964.070.995 Passagierkilometer (Pkm) geflogen. Ein Passagierkilometer bedeutet, dass ein Passagier einen Kilometer weit transportiert wurde. Fliegen zum Beispiel 100 Passagiere in einem Flugzeug 1.500 Kilometer weit, werden 150.000 Pkm zurückgelegt. Addiert man die Pkm aller Teilstrecken, ergibt sich die oben genannte Zahl. 2013 haben die im BDL organisierten Fluggesellschaften insgesamt 10.966.415.021 Liter Treibstoff verbraucht. Erfasst wird hier der Treibstoffverbrauch zwischen dem Verlassen der Parkposition am Abflugort (Off-Block) und dem Eintreffen an der Parkposition am Zielflughafen (On-Block). Jeder einzelne Flug wird hierbei erfasst. Teilt man nun die Summe des verbrauchten Treibstoffs durch die zurückgelegten Passagierkilometer, ergibt sich, dass durchschnittlich 3,68 Liter Treibstoff pro 100 Pkm verbraucht wurden.

Wenn man die Berechnungsmethodik der 4-Liter nun auf die Autoflotte in Deutschland anwendet, dann kommt folgendes dabei raus: Laut Statistischem Bundesamt lag der Pkw-Durchschnittsverbrauch im Jahre 2012 bei 7,3 Liter pro 100 km. Die Studie "Mobilität in Deutschland" ermittelt regelmäßig den durchschnittlichen Besetzungsgrad von Autos und liegt derzeit im Schnitt 1,5 Personen. Teilt man nun den Durchschnittsverbrauch von 7,3  Liter pro 100km durch die durchschnittliche Auslastung von 1,5 Personen, dann ergibt sich ein Verbrauch von 4,9 Liter pro 100 Pkm.

Mehr Informationen zum Treibstoffverbrauch finden Sie auf der Website die-vier-Liter-Flieger.