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Umwelt

Luftverkehr verbindet Menschen und Kulturen weltweit. Unternehmen erschließen dadurch neue Märkte auf allen Kontinenten und die Luftfahrt sichert so auch in Deutschland viele Arbeitsplätze. Der Luftverkehr hat aber nicht nur eine herausragende wirtschaftliche Bedeutung, sondern auch eine hohe umweltpolitische Verantwortung. Flugzeuge erzeugen Treibhausgase, Lärm und Luftschadstoffe. Die Branche ist sich ihrer Verantwortung bewusst. Deshalb setzen die Unternehmen der deutschen Luftverkehrswirtschaft alles daran, um die Belastungen durch diese Emissionen so gering wie möglich zu halten.

Seit 1990 haben die deutschen Airlines den Kerosinverbrauch pro Person und 100 Kilometer um 42 Prozent gesenkt, so dass die deutsche Flotte mittlerweile nur noch 3,63 Liter pro 100 Personenkilometer verbraucht. Die Lärmbelastung konnte – trotz steigenden Passagieraufkommens – ebenfalls deutlich gesenkt werden. So wurde die Zahl der von Fluglärm belästigten Menschen in Deutschland Zwischen 2006 und 2014 um 65 Prozent gesenkt.

Weiterführende Information

Klimaschutzreport 2016

Fluglärmreport 2015


Fragen an die Luftfahrt:

Wenn immer mehr Menschen fliegen, wie soll dann die CO2- Belastung in den nächsten Jahren sinken?

Seit 1990 hat die Luftfahrt den durchschnittlichen Treibstoffverbrauch bereits um 42 Prozent reduziert. Der Schlüssel auch für die Zukunft ist, dass alle Ressourcen so effizient wie möglich genutzt werden. Das heißt konkret:

  • Moderne, leichtere Flotten mit treibstoffsparenden Triebwerken einzusetzen,
  • größere Flugzeuge statt mehr Flüge anzubieten,
  • Flugzeuge noch besser auszulasten
  • und Arbeitsabläufe der Fluglotsen und des Bodenpersonals immer weiter zu verbessern.

Die Luftfahrt braucht übrigens gar keinen Anreiz von außen, um sich um dieses Thema zu kümmern. Wenn man weiß, dass allein das Kerosin rund ein Drittel aller Kosten einer Fluggesellschaft ausmacht, dann versteht man, dass es im eigenen Interesse der Airlines ist, den Kerosinverbrauch stetig zu verringern.

Mehr Informationen finden Sie im Klimaschutzreport 2016.

Müsste man nicht, um die Umwelt zu schonen, alle Flüge, die kürzer als 400 Kilometer sind, verbieten oder zumindest mit einer Strafsteuer sehr teuer machen?

Flugstrecken unter 400 Kilometer sind selten. Der Anteil des innerdeutschen Luftverkehrs an den gesamten CO2-Emissionen in Deutschland lag im Jahr 2014 bei 0,28 Prozent. Den Fluggesellschaften ist es gelungen, diesen kleinen Anteil im Vergleich zu 1990 um 7 Prozent auf 2,2 Millionen Tonnen CO2 zu senken, obwohl der innerdeutsche Luftverkehr im selben Zeitraum um 57 Prozent gewachsen ist.

Mehr Informationen finden Sie im Klimaschutzreport 2016.

Verbrauchen deutsche Fluggesellschaften wirklich nur 4-Liter Treibstoff pro Passagier auf 100 Kilometer und schneiden damit besser ab, als die Automobilbranche?

Der 4-Liter-Wert ist ein Wert, der für alle Flugzeuge der BDL-Mitglieder inklusive ihrer Tochtergesellschaften gemittelt über alle Strecken errechnet wurde.

Die im BDL organisierten Fluggesellschaften sind zum Beispiel im Jahr 2015 auf allen In- und Auslandsflügen insgesamt 308.178.422.639 Passagierkilometer (Pkm) geflogen. Ein Passagierkilometer bedeutet, dass ein Passagier einen Kilometer weit transportiert wurde. Fliegen zum Beispiel 100 Passagiere in einem Flugzeug 1.500 Kilometer weit, werden 150.000 Pkm zurückgelegt. Addiert man die Pkm aller Teilstrecken, ergibt sich die oben genannte Zahl. 2015 haben die im BDL organisierten Fluggesellschaften insgesamt 11.189.684.478 Liter Treibstoff verbraucht. Erfasst wird hier der Treibstoffverbrauch zwischen dem Verlassen der Parkposition am Abflugort (Off-Block) und dem Eintreffen an der Parkposition am Zielflughafen (On-Block). Jeder einzelne Flug wird hierbei erfasst. Teilt man nun die Summe des verbrauchten Treibstoffs durch die zurückgelegten Passagierkilometer, ergibt sich, dass durchschnittlich 3,63 Liter Treibstoff pro 100 Pkm verbraucht wurden.

Wenn man die Berechnungsmethodik der 4-Liter nun auf die Autoflotte in Deutschland anwendet, dann kommt folgendes dabei raus: Laut Statistischem Bundesamt lag der Pkw-Durchschnittsverbrauch im Jahre 2012 bei 7,3 Liter pro 100 km. Die Studie "Mobilität in Deutschland" ermittelt regelmäßig den durchschnittlichen Besetzungsgrad von Autos und liegt derzeit im Schnitt 1,5 Personen. Teilt man nun den Durchschnittsverbrauch von 7,3 Liter pro 100km durch die durchschnittliche Auslastung von 1,5 Personen, dann ergibt sich ein Verbrauch von 4,9 Liter pro 100 Pkm.