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Klimaneutral fliegen

Die Klimawirkung des Luftverkehrs ist abhängig von den Emissionen, die bei der Verbrennung von Kerosin entstehen wie zum Beispiel CO2, Stickoxiden (NOx) und Wasserdampf, von deren Reaktionen in der Atmosphäre sowie von ihrer Verweildauer und geografischen Ausbreitung.

Während über die Klimawirkung von CO2 wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse vorliegen, besteht im Hinblick auf die genaue Klimawirkung von Kondensstreifen und den daraus gegebenenfalls entstehenden Zirruswolken noch weiterer Forschungsbedarf.

Um nahezu klimaneutral fliegen zu können, werden – über die Reduzierung der CO2-Emissionen hinaus – zwei wesentliche Ansatzpunkte diskutiert:

  1. NOx reduzieren: Verbrennungsprozesse sollen soweit optimiert werden, dass im Vergleich zu einem Flugzeug von 2000 nur noch 10 Prozent NOx entsteht.
  2. Kondensstreifen und damit die Wolkenbildung vermeiden: Die Bildung von Kondensstreifen und Wolken ist abhängig von den beim Flug herrschenden meteorologischen Bedingungen. Dieser Zusammenhang soll u. a. derzeit in einem DLR-Projekt »WeCare« bestimmt werden. Daran anknüpfend soll geprüft werden, ob und wie mit der entsprechenden Planung eines Flugverlaufs ein Beitrag zum klimaneutralen Flugverkehr leistbar wäre.

Um Klimaschutz wirksam zu betreiben, sind auch verlässliche Prognosen über die Entwicklung des zukünftigen Klimas von zentraler Bedeutung. Zur Verbesserung der dafür notwendigen Klimamodelle ist ein steter Vergleich zwischen Theorie und Wirklichkeit notwendig. Die Lufthansa beteiligt sich aus diesem Grund schon seit 20 Jahren an Klimaforschungsprojekten wie IAGOS (In-service Aircraft for a Global Observing System), das zivile Verkehrsflugzeuge nutzt, um global und kontinuierlich Atmosphärendaten zu sammeln. Dafür setzt das Unternehmen seit 2011 den Airbus A340-300 „Viersen“ ein, in dem vier Messgeräte weltweit und auf breiter Basis atmosphärische Spurenstoffe sammeln. Die gesammelten Daten werden nach jeder Landung digital ausgelesen, verarbeitet und analysiert. Nach Ansicht des Wissenschaftsrates des Bundesministeriums für Bildung und Forschung werden damit wichtige Voraussetzungen geschaffen, um genauere Klimavorhersagen zu treffen. Partner der Lufthansa in diesem Projekt ist das Forschungszentrum Jülich. Zivile Flugzeuge eignen sich besonders gut für diese Art der Datenerfassung, weil sie in Höhenregionen fliegen, die von besonderer Bedeutung für die Klimaforschung sind, weltweit eingesetzt werden und kontinuierlich fliegen.