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Effizienz steigern

Was wurde bisher erreicht?

Auch wenn es in der Öffentlichkeit oft wenig bekannt ist: Die deutsche Luftfahrt gehört zu den Vorreitern in Sachen Energieeffizienz. Denn keine andere Branche hat ihren Treibstoffverbrauch pro Passagier in den vergangenen Jahren so verbessert wie die Luftfahrt. Deutschlands moderne Luftflotte verbraucht heute durchschnittlich weniger als vier Liter Kerosin pro 100 Kilometer und Passagier. Das sind 42 Prozent weniger Treibstoff als noch 1990.

Und noch eines unterscheidet die deutschen Fluggesellschaften von anderen Verkehrsträgern: Für ihr Engagement ist kein Druck von außen nötig. Kerosin macht inzwischen bis zu einem Drittel der Betriebskosten aus. Es ist daher im ureigenen Interesse der Fluggesellschaften, nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch sinnvoll zu handeln.

Entkopplung von Verkehrswachstum und Energiebedarf ist gelungen: Mehr Luftverkehr ist mit weniger Kerosin möglich

Ein wichtiges Ziel nachhaltiger Verkehrspolitik ist es, den Energiebedarf und damit die CO2-Emissionen vom Verkehrswachstum zu entkoppeln. Dies ist im Luftverkehr gelungen: Der deutsche Luftverkehr hat sich seit 1990 mehr als verdreifacht. Aber der Kerosinbedarf ist im gleichen Zeitraum nur um 85 Prozent gestiegen. Die Entkopplung von Kerosinbedarf und Verkehrswachstum erfolgte durch Innovationen zur Steigerung der Energieeffizienz.

Mehr Kennzahlen finden Sie im Klimaschutzreport 2016

Wie reduziert die Luftfahrt ihre spezifischen CO2-Emissionen?

Mit einem Bündel von Maßnahmen wird der spezifischen Energiebedarfs der Flugzeuge, also der Verbrauch von Kerosin pro Passagier und somit die Emissionen von CO2 reduziert:

  • Erstens treiben insbesondere Flugzeug- und Triebwerkshersteller technische Innovationen rund um das Fluggerät voran. Hinzu kommt der verstärkte Einsatz von nachhaltigen alternativen Flugkraftstoffen.
  • Zweitens steigern Fluggesellschaften, Flugsicherung und Flughäfen die Effizienz operativer Prozesse, von der Flugplanung über Flugverfahren und reibungslosen Prozessen am Boden bis hin zur Energieversorgung.
  • Drittens ist das Engagement der Politik gefordert, eine effiziente und nachhaltige Infrastruktur – am Boden und in der Luft – zu gewährleisten. Hierzu zählt der bedarfsgerechte Ausbau der Flughäfen ebenso wie die Etablierung eines effizienten Einheitlichen Europäischen Luftraums.

Investition in neue Flugzeuge: Wirkungsvollster Hebel, um CO2 zu reduzieren.

Um den Treibstoffbedarf und damit den CO2-Ausstoß eines Flugzeugs zu senken, muss an vielen Stellschrauben gedreht werden. Die wichtigsten dabei sind Antriebe, Aerodynamik und Gewicht.

Entsprechende technische Innovationen sorgen dafür, dass mit jeder neuen Flugzeuggeneration der Treibstoffbedarf um rund 15 Prozent gesenkt wird. Am wirkungsvollsten sind also Investitionen in neue Flugzeuge. Das setzt jedoch die Investitionskraft der Fluggesellschaften voraus. Doch nationale Alleingänge wie die Luftverkehrsteuer schaffen einseitige Belastungen und verzerren den Wettbewerb zulasten der deutschen Fluggesellschaften – das reduziert die Investitionskraft und schwächt somit auch die Innovationen für mehr Klimaschutz. Trotzdem investieren die deutschen Fluggesellschaften kontinuierlich in neues Fluggerät: zurzeit in 252 verbrauchsärmere Flugzeuge zum Listenpreis von insgesamt 43 Milliarden Euro. Ökonomie und Ökologie bilden hierbei eine erfolgreiche Kooperation, denn die Treibstoffkosten machen bis zu 30 Prozent der Betriebskosten einer Fluggesellschaft aus.

CO2-Standard der UN-Luftfahrtbehörde ICAO

2016 hat die ICAO erstmals einen CO2-Standard für Flugzeugemissionen festgelegt. Die ambitionierten Grenzwerte bilden ab 2020 eine international einheitliche Richtlinie für die Zulassung von Verkehrsflugzeugen. Damit wird der Trend der Emissionsreduzierung bei Flugzeugen auch für die Zukunft fortgeführt.

Hier finden Sie weitere Informationen zum CO2-Standard für Flugzeuge der ICAO.