Verkehrslärm

Was macht die Luftfahrt eigentlich gegen Verkehrslärm?

Was ist eigentlich Lärm? Eine Boeing 787 ist beim Start in 450 Meter Entfernung leiser als ein Rockkonzert. Eine Bruckner-Symphonie ist lauter als eine Kettensäge. Und manchmal nervt das Ticken eines Weckers mehr als ein Kinderspielplatz voller 8-jähriger. Fest steht: Lärm ist eine komplexe Angelegenheit. 

Verkehrslärm ist etwas, um das sich viele Menschen in Deutschland Sorgen machen. Vor allem dann, wenn neue Baumaßnahmen anstehen – sei es eine Autobahn, eine Bahntrasse, oder der Ausbau eines Flughafens.

Mehr als 4.2 Millionen Menschen sind in Deutschland von Straßenlärm in der Nacht belastet, so berichtet das Umweltbundesamt. Mehr als 3.7 Millionen sind umgeben von Lärm, der durch die Bahn verursacht wird. Dagegen liegt die Anzahl der vom Luftverkehr Betroffenen deutlich niedriger – bei 259.100. Im Vergleich mit anderen Verkehrsträgern ist das Flugzeug für die meisten Bürgerinnen und Bürger der kleinste Störenfried.

Dennoch: Es gibt keinen Flughafen ohne Lärm.

Doch Luftverkehr ist zugleich unverzichtbar. Wenn Reisende in den Urlaub wollen, wenn deutsche Firmen ihre Waren an Kunden in alle Welt verschicken oder schnell Ersatzteile aus dem Ausland haben wollen – dann brauchen sie Flughäfen. Immerhin 86 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sagen, dass für sie die Nähe zum Flughafen ganz entscheidend ist!  

Wir brauchen Luftverkehr. Deshalb bemühen sich Flughäfen und Fluggesellschaften in Deutschland auch, seine Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten. Immer bessere Technik hat dabei schon vieles möglich gemacht.

Aktiver und passiver Schallschutz

Vor 60 Jahren zum Beispiel waren Flugzeuge in Deutschland im Durchschnitt fünfmal so laut wie heute. Auch Veränderungen am Flugzeugdesign – z.B. durch aerodynamische Verkleidungen – haben dazu beigetragen, Flugzeuge leiser zu machen. In der Luftfahrttechnik arbeiten Forscher daran, diesen aktiven Schallschutz am Flugzeug noch weiter voran zu bringen.

Doch das ist nicht alles. Neben der Verringerung des Lärms am Flugzeug selbst, helfen verbesserte Flugverfahren, besondere Betriebsregelungen am Flughafen und der Einsatz von passiven Schallschutzmaßnahmen, den Lärm besonders für die Anwohner von Flughäfen zu verringern.

Flugzeuge umfliegen zum Beispiel stark bewohnte Gebiete im Anflug auf den Flughafen möglichst. Und soweit möglich, benutzen sie den sogenannten „kontinuierlichen Sinkflug“ – ein Verfahren, bei dem das Flugzeug die Triebwerke im Anflug im Leerlauf lässt und so leiser fliegt.

Ist ein Flugzeug leiser, so müssen die Fluggesellschaften dafür an die Flughäfen weniger Landegebühren zahlen als für lautere Maschinen. Mit diesen Einnahmen finanzieren z.B. auch die Flughäfen den Schallschutz für ihre Anwohner. 

So investieren Flughäfen und Fluggesellschaften Millionen in passive Lärmschutzmaßnahmen. Rund 500 Millionen Euro haben sie bisher in die Hand genommen, um Schalldämmungen und Lärmschutzfenster in den Wohnungen und Häusern ihrer Nachbarschaft einzubauen. Allein am Frankfurter Flughafen werden 335 Millionen Euro für passive Schallschutzmaßnahmen rund um die neue Landebahn aufgewendet.

Lärmschutz, davon ist auch die deutsche Luftfahrt überzeugt, ist wichtig. Deswegen plädiert sie auch für einen offenen Dialog mit den Flughafennachbarn, eine optimale Bürgereinbindung und transparente Entscheidungsprozesse. Dies gilt vor allem für den Aus- oder Neubau von Flughäfen wie z.B. in Berlin, Frankfurt und München.

Lärmschutz ist wichtig. Denn Luftfahrt ist unverzichtbar.