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Wie sicher ist Fliegen?

2015 war ein tragisches Jahr in der deutschen Luftfahrtgeschichte. Das Flugzeugunglück über
den französischen Alpen hat die Menschen tief bewegt und nimmt Luftfahrt und Politik in die
Verantwortung, die richtigen Konsequenzen daraus zu ziehen. Doch so erschütternd dieses
Unglück ist, die Statistik zeigt: Fliegen ist sicher.

Der Absturz des deutschen Passagierflugzeugs über den französischen Alpen im März 2015, bei dem keiner der 150 Insassen überlebte, war eines der dramatischsten Unglücke in der Geschichte der deutschen Zivilluftfahrt. Ein weiteres großes Unglück im vergangenen Jahr war die Explosion eines Ferienfliegers über dem Sinai mit 224 Toten – mutmaßlich ein Terroranschlag mit islamistischem Hintergrund. Nach vorläufigen Zahlen der unabhängigen Analysten des Aviation Safety Network waren 2015 weltweit insgesamt 493 Todesfälle bei sieben Unglücken von Passagierflugzeugen* mit Todesfolge zu beklagen.

Dennoch: Während die Zahl der Passagiere immer weiter ansteigt, sinkt die geringe Zahl der Verunglückten kontinuierlich weiter. Das zeigen die Zahlen der UN-Luftfahrtorganisation ICAO und des Aviation Safety Network. Die Fluggesellschaften beförderten im Jahr 2015 weltweit ca. 3,5 Mrd. Passagiere, also mehr als 11mal so viele wie 1970. Während sich das Passagieraufkommen vervielfacht hat, ist die Zahl der Todesfälle in der zivilen Luftfahrt drastisch gesunken. Damit hat sich die ohnehin sehr niedrige Wahrscheinlichkeit, durch einen Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen, signifikant verringert: Statistisch gesehen war diese in den 1970er Jahren im Durchschnitt etwa 27mal so hoch wie im Jahr 2015.

Auch wenn diese Bilanz durch den Absturz des Germanwings-Flugzeugs belastet wird: Die Sicherheitsstatistik der letzten Jahre zeigt, dass die Passagiere im europäischen und im nordamerikanischen Luftraum am sichersten unterwegs sind. Die meisten Unglücke ereignen sich nach wie vor in Afrika, Teilen Asiens und der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS).

Sicherheit ist höchstes Gut

Sicherheit hat für alle am Luftverkehr Beteiligten absolute Priorität. Das gilt sowohl für Sicherheit im eigentlichen Flugbetrieb (Safety) als auch für die Abwehr von gezielten äußeren Gefahren wie Terroranschlägen (Security). Die Behörden sowie die Luftverkehrswirtschaft und ihre Beschäftigten tun alles dafür, dass das Fliegen sicher bleibt. Das gelingt einerseits durch die Verbesserung der Flugzeugtechnik, welche Flugzeuge weniger anfällig gegenüber Störungen macht, sowie andererseits durch die Weiterentwicklung der Flughafeninfrastruktur, durch modernste Luftraumüberwachung und durch zuverlässige Technik bei den Passagier-, Gepäck- und Frachtkontrollen. Technische Innovationen werden ergänzt durch ein dichtes Netz an bewährten globalen Sicherheitsstandards, etwa für die Zulassung von Flugzeugen, die Durchführung eines Fluges, die Ausbildung des Personals und immer effektivere Sicherheitskontrollen am Flughafen.

Aus Vorfällen immer lernen

Zur Sicherheitskultur im Luftverkehr gehört auch die Überzeugung, dass man in punkto Sicherheit niemals ausgelernt hat. In der Luftfahrt wird jedes Unglück, jeder Beinaheunfall und jede Unregelmäßigkeit genauestens untersucht. Wenn die Ursachen ermittelt sind, werden die geeigneten Schlüsse daraus gezogen. Insofern gilt: Jedes größere Flugzeugunglück hat den Luftverkehr anschließend immer ein Stück sicherer gemacht, weil aus Katastrophen der Vergangenheit Konsequenzen gezogen wurden. So wurden zum Beispiel die Sicherheitsvorkehrungen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den Vereinigten Staaten drastisch verschärft. Mit Erfolg: Die Anzahl der Flugzeugentführungen konnte weiter reduziert werden.

Damit Fliegen auch in Zukunft so sicher bleibt, werden Luftfahrt und Politik auch Schlüsse aus den tragischen Unglücken der vergangenen Jahre ziehen. Da Luftverkehr ein internationaler Verkehrsträger ist, sollte dies – wo immer möglich – auf internationaler Ebene und damit verbindlich für alle geschehen.

Umfrage: Luftverkehr ist sicherstes Verkehrsmittel

Das hohe Sicherheitsniveau im Luftverkehr ist den Menschen in Deutschland bewusst. Das zeigen repräsentative Umfragen der Forschungsgruppe Wahlen: Auf die Frage, welches Verkehrsmittel im Großen und Ganzen am sichersten ist, entscheiden sich konstant über die Hälfte der Befragten für das Flugzeug. Im Jahr 2015 haben das 56 Prozent so eingeschätzt. Dabei haben selbst Menschen mit Flugangst zu 51 Prozent dafür votiert, dass man nirgendwo so sicher ist wie im Flugzeug.

Stand: Januar 2016

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